(Goldfrapp/Mute)
(Goldfrapp/Mute)

amusio: „Aber keine Methodik?“

Alison Goldfrapp: „Versuch macht klug. Und wenn zunächst mal nur Scheiße dabei herauskommt. Gerade in einer audio-visuellen – medial – nahezu völlig indoktrinierten Welt, die ständig Perfektion suggeriert, kalt-sterile Abbilder von etwas ursprünglich Vollkommenen – führt es in sämtliche Sackgassen, wenn man seinem Streben nach originärem Ausdruck einer Art Methodik opfert, die vielleicht einmal irgendwie funktioniert hat. Aber man darf sich nicht zu viele Gedanken darüber machen.“

amusio: „Das erfordert Mut und Selbstvertrauen…“

Alison Goldfrapp: „Davon habe ich leider nur sehr wenig (lacht). Kreativ zu sein, oder kreativ sein zu dürfen, ist mir Lebensader und Rettungsanker zugleich. Das kommt mir nicht im Schlaf oder fällt mir zu. Ich muss darum kämpfen, beziehungsweise mir diesen Kampf zugleich nicht zu sehr anmerken lassen. Die Vorstellung, nicht das tun zu können, was ich mache, stürzt mich beizeiten in tiefste Verzweiflung. Dessen muss ich mir immer wieder bewusst werden, wenn mein Verlangen nach Komfort oder Routine Überhand zu nehmen droht.“

amusio: „Darum habt ihr Silver Eye auch an unterschiedlichen Orten aufgenommen, seid neue Kooperationen eingegangen. Auch um letztendlich euch treu bleiben zu können?“

Alison Goldfrapp: „Treue wird generell überbewertet. Die Herausforderung, mit Leuten wie John Congleton, The Haxan Cloak oder Leo Abrahams zu arbeiten, erging ja an uns. Und es erschien mir, oder genauer: erscheint mir bis heute – und über den heutigen Tag hinaus – als die Erwiderung eines sehr grundlegenden Bedürfnisses. Auch wenn das nicht immer das Einfachste war, was man sich so denken kann. Für alle Beteiligten (lacht).“

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