Interview mit Hotei

„Ich bin der glücklichste Gitarrist dieses Planeten“

Nach über 35 Jahren in einem Geschäft, das ihm in seiner Heimat Superstar-Status sowie die kooperative Anerkennung von David Bowie oder den Stones bis hin zu Quentin Tarantino (Kill Bill, Battle Without Honor Or Humanity) eingebracht hat, wagt Tomoyasu Hotei im April den Angriff auf deutsche Clubbühnen. Im Gepäck das aktuelle Album Strangers (Universal) auf dem u. a. Iggy Pop zu hören ist. Im Gespräch kündigt der hochgradig flexible und dabei unverkennbar eigenständige Gitarrist – auch ohne Iggy am Mikro – eine verdammt heiße Sause an, die es aus besten Gründen keinesfalls zu verpassen gilt.

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Hotei (Universal Music)

Hotei (Universal Music)

amusio: „Hi Hotei, wenn man sich deine Aktivitäten so anschaut, verwundert es geradezu, dass du zuletzt noch ein Album hast einspielen können…“

Hotei: „Nun, im vergangenen Jahr war ich wirklich sehr viel unterwegs. Ich hatte permanent mit Zeitzonen und Jetlags zu kämpfen. Zunächst galt es, das 35. Jubiläum als Musiker in Japan zu begehen. Das lief insgesamt auf über 40 Shows hinaus. Es folgten Showcases in Berlin, Amsterdam, Paris, New York, Los Angeles. Sowie die wunderbaren Konzerte mit Zucchero in der Arena zu Verona und in der Royal Albert Hall. Es war also ein Jahr ganz nach meinem Geschmack.“

amusio: „Fühlst du dich angesichts deines Lebenswandels sowie London als deinem Hauptwohnsitz noch als Japaner?“

Hotei: „Auch wenn ich letztes Jahr aus besagtem Grund rund sechs Monate in Japan verbracht habe, fühle ich mich schon länger nicht mehr als ein Bürger Japans. Ich wohne jetzt seit fünf Jahren in London und wenn ich in Heathrow lande, fühlt es sich für mich wie eine Heimkehr an.“

amusio: „Und wenn du London mit Tokio vergleichst?“

Hotei: „Dann fällt mir auf, wie durchorganisiert das Leben in Tokio funktioniert. Du kannst rund um die Uhr einkaufen, der Pizza-Bringdienst liefert immer auf die Sekunde genau. In London schließen die Pubs dagegen um elf Uhr abends. Und wenn du planst, dein Haus instandsetzen zu lassen, kannst du locker ein halbes Jahr einplanen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstand, dass das Leben in Tokio kaum etwas mit dem zu tun hat, wie die Dinge anderswo laufen. Doch nach dreißig Jahren in einem nahezu perfekten Umfeld genieße ich den menschlichen Touch des Unvollkommenen sehr (lacht).“

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