Vök - Figure

Frühreife Gletscherprisen

Wenn gefühlt ohnehin sämtliche Landsleute ihre Meriten als Künstler, Literaten oder Musiker verdienen, wollen auch Vök aus Hafnarfjördur bei Akranes ihr Glück versuchen. Und das geht so: Erst den landesweiten Nachwuchswettbewerb gewinnen, dann eine vielbeachtete EP (Circles) veröffentlichen und schließlich anhand von Figure (Nettwerk/Warner) ein Debütalbum lancieren, mit dem sich die Welt erobern lässt. Wärmend kühl und sinnlich klar.

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Vök: "Figure" (Nettwerk/Warner)

Vök: „Figure“ (Nettwerk/Warner)

Und dabei so lasziv und gelassen, dass man dem jugendlichen Alter des Vierers kaum über den Weg trauen möchte, doch: Warum sollten Sängerin/Gitarristin/Keyboarderin Margrét Ran und ihre drei Jungs nicht über das Talent verfügen, aus dem Stand Sounds und Songs zu kreieren, die sich mühelos mit der zeitgenössischen Creme des dunkel schillernd ausformulierten Indie-Electropop messen lassen?

Wobei das Präfix „Indie“ irgendwie auch wieder Quatsch ist. Denn mit Tracks wie dem brillant getriggerten BTB oder dem geschmackvoll mit R&B-Strukturen flirtende Polar zielen Vök unbekümmert auch auf die Mainstream-Charts. Dass der melancholische Grundtenor von Figure im Fahrwasser von The XX, James Blake und Co. ausgezeichnet Fahrt aufnimmt, darf Vök wohl kaum zum Vorwurf gemacht werden.

Vielmehr sind sie zu einem fulminanten Erstling zu beglückwünschen. Verbunden mit der Hoffnung, dass es ihnen zukünftig gelingen wird, der selbstauferlegten Messlatte mit der nötigen Respektlosigkeit zu begegnen. Die Souveränität, die sie bereits jetzt an den Tag legen, lässt indes nur die allerschönsten Hoffnungen erblühen. Denn: Mit Figure gerät nicht nur der isländische Frühling auf Touren.

Show Me:
youtube.com/watch?v=zlZ6XLES6Qw

02.05. Köln (Arttheater)
05.05. Berlin (Badehaus Szimpla)
12.05. A-Wien (Café Fluc)
14.05. CH-Zürich (Mascotte)

vok.is
facebook.com/Vokband

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