2017 an Napolis Theater San Carlo

Alice im Ballettformat

Noch in der aktuellen Saison des Teatro San Carlo in Neapel wird die Premiere eines denkwürdigen, da mehr als 35mal (!) vertonten Barocklibrettos mitzuerleben sein. Anders als Händels oder Hasses Version von Pietro Metastasios Siroe, Re di Persia (1726) wird freilich die erste musikdramatische Umsetzung des orientalischen frühmittelalterlichen Stoffs um den Perserkönig Cosrau II. und seinen Sohn Siroe durch Leonardo Vinci innerhalb Europas selten inszeniert. Umso verdienstvoller erscheint daher das nun für mehrere Aufführungen vorgesehene Projekt des Neapolitaners, der die längste Zeit seines Lebens der Stadt treu blieb.

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Am 14. Mai heißt es wieder "Vorhang auf!" für das Schiavoni-Ballett 'Alice in Wonderland' am Teatro San Carlo (A. Mederer, 22.4.2017).

Am 14. Mai heißt es wieder „Vorhang auf!“ für das Schiavoni-Ballett ‚Alice in Wonderland‘ am Teatro San Carlo (A. Mederer, 22.4.2017).

Am 1817 nach einem Brand wiederaufgebauten Barocktheater San Carlo ist derzeit außerdem ein vom Choreographen Gianluca Schiavoni eingerichtetes Ballett nach Lewis Carrolls Alice in Wonderland zu sehen. Ein nicht ganz gewöhnliches Unterfangen, für das aber Tschaikowskys Musik den passenden akustischen Rahmen abgibt. Für spektakuläre Szenerien fügte Schiavoni freilich noch vertraute tanzbare Klänge des sowjetisch-armenischen Komponisten Aram Khatschaturjan hinzu. Der nächste Termin für die aufwändige Ballettinszenierung mit Luisa Ieluzzi in der Hauptrolle ist der 14. Mai (19 Uhr) mit folgenden sechs weiteren Aufführungen im Wonnemonat. Für das Bühnenbild zeichnet Andrea Tocchio verantwortlich, die fantasievolle Kostümierung schuf Simona Morresi. Es tanzt das hauseigene Ballett, Alberto Nanetti leitet das Orchester.

Bei einer Fürhung durch das neapolitanische Opernhaus kann man - wenn auch vorübergehend - in der übrigens zu erschwinglichem Preis bei Aufführungen buchbaren Königsloge Platz nehmen ... (H.-P. Mederer, 22.4.2017)

Bei einer Führung durch das neapolitanische Opernhaus kann man – wenn auch vorübergehend – in der übrigens zu erschwinglichem Preis bei Aufführungen buchbaren Königsloge mit grandiosem Blick auf das Deckengemälde Platz nehmen … (H.-P. Mederer, 22.4.2017)

Beim Teatro San Carlo, unweit vom Palazzo Reale und gegenüber dem legendären Café Gambrinus gelegen, handelt es sich um eines der angesehensten Opernhäuser Europas, wofür auch die langfristige Bespielung durch Dirigenten wie Salvatore Accardo mit seinen aufsehenerregenden Konzerten aus der Werkstatt Alessandro Scarlattis etwa, Gabriele Ferro und Jeffrey Tate spricht. Hier traten die Tenöre Enrico Caruso und Beniamino Gigli auf, Uraufführungen von Opern Bellinis, Rossinis und Donizettis fanden dort statt, Maestro Verdi ließ sich selbst am Flügel hören. Der Name des Theaters geht auf den damaligen Bourbonenkönig Karl VII. zurück, unter dessen Regentschaft das Haus 1735 durch die Architekten Angelo Carasale und Giovanni Antonio Medrano und ihre Baumeister errichtet worden war.

 

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.