Ausgabe Frühsommer 2017

Die kleine Plattenschau

Eden: "The Edge Of Winter" (Dark Vinyl)

Eden: „The Edge Of Winter“ (Dark Vinyl)

Das mag auch angesichts von „The Edge Of Winter“ (Dark Vinyl), dem Comeback der australischen Eden, Ambach sein. Songs und Sounds entsprechen absolut dem, was hoffnungslos verliebte Liebende vor über zwanzig Jahren als Unterpfand ihrer Verzweiflung akzeptieren durften: Shoegaze, Kraut und Paisley-Muster.

Ist der Sommer nicht Vorbote des Winters? Eden lassen derlei trübe Gedanken ins verträumt Zuversichtliche diffundieren. Dringende Empfehlung!

Beinahe noch dringlicher: „To The Bone“ (Caroline/Universal), das erst am 18. August erscheinende Album des „größten Musikgenies unserer Zeit“ (Werbesprech anlässlich des Vorgängers „Hand. Cannot. Erase“). Modern Prog, Post Punk, Abba und das Schönste der 80er – all das verbindet der Maestro mit einer schillernden Brisanz, die dieser Tage sogar einem Roger Waters („Is That The Live We Really Want“/Sony Music) den Rang abläuft. Wütend sind beide.

Steven Wilson: "To The Bone" (Caroline/Universal)

Steven Wilson: „To The Bone“ (Caroline/Universal)

Steven versteht es indes, seine Aufregung in zuvor ungehörte Synapsen zu leiten, während Kollege Waters das Selbstzitat überstrapaziert. „To The Bone“, soviel schon jetzt, erweist sich als ein Album, das den trotzigen Überlebenswillen rechtfertigt.

Tears For Fears, Talk Talk, Kate Bush – oder und auch Ultravox (oder Killing Joke) – haben hier ihre möglicherweise unvergänglichen Spuren hinterlassen. Dass sie gar nicht so weit von denen, die von Jethro Tull, Yes oder King Crimson hinterlassen wurden, legt Steven dar. Gnadenlos klar und – mal wieder – grandios!

Euch einen schönen Sommer!

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!