Interview mit Andreas Dorau

„Ich bevorzuge es knackig“

Anhand von gleich zwanzig potenziellen Hit-Titeln sowie einem Co-Autoren/Produzententeam, das von Luka Anzelotti (SNAP) über Moses Schneider, T Raumschmiere, Stereo Total, Andreas Spechtl (Ja, Panik!) oder Alfredo Fiorino bis zu Maurice Summen und Wolfgang Müller reicht, verfolgt Andreas Dorau mit seinem Doppelalbum Die Liebe und der Ärger der Anderen (Staatsakt/Caroline International, ab 7. Juli) zuvorderst ein klar formuliertes Ziel: Den erstmaligen Einstieg in die nationalen Longplayer-Charts. Im Gespräch erläutert der verdiente Vertreter gehobener deutschsprachiger Popkultur jedoch nur am Rande, warum ihn diese spezielle Motivation dazu bewogen hat, das Format – in Zeiten zerstückelten Musikkonsums – so vollkommen auszureizen.

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Andreas Dorau beim Interview (Stephan Wolf)

Andreas Dorau beim Interview (Stephan Wolf)

amusio: „Hallo Andreas, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Vollendung und baldigen Veröffentlichung eines Doppelalbums, samt Deluxe-Version. Also von zwanzig Titeln plus. Möchtest du mit diesem Großaufgebot auch einen Hinweis auf ein Jubiläum geben? Immerhin handelt es sich bei Die Liebe und der Ärger der Anderen um dein zehntes Vollzeitwerk…“

Andreas Dorau: „Dass es sich um ein Jubiläumsalbum handelt, stellte ich erst im Laufe seiner Entstehung fest. Da waren die Würfel schon gefallen, das Ziel, mit Die Liebe und der Ärger der Anderen in die Charts zu kommen, längst definiert. Eigentlich finde ich Doppelalben ja auch viel zu prätentiös. Aber es geht bei meinem ja auch nicht um konzeptionelle Durchgängigkeit im Sinne eines zusammenhängenden Plots. Sondern um eine Sammlung, aus der sich jeder herauspicken mag, was ihm zusagt oder worauf er gerade Lust hat.“

amusio: „Hast du denn nicht mal daran gedacht, das Album auf Normalformat zu kürzen?“

Andreas Dorau: „Das wäre darauf hinausgelaufen, etwa zehn Stücke auf das Album zu packen. Und die sechs weiteren, die ich für tauglich erachtete, auf einer Bonus-CD verkümmern zu lassen. Also habe ich noch vier Titel hinzugenommen und mich für die lange Distanz entschieden. Ich würde mir aber die zwanzig Songs auch nicht wie ein Gottesdienst in einem Durchgang zu Gemüte führen wollen. Ich will nicht kokettieren, doch speziell beim Mastering erscheinen mit die über achtzig Minuten Gesamtspielzeit als viel zu viel. Ich bevorzuge es knackig.“

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