Interview mit Andreas Dorau

„Ich bevorzuge es knackig“

Andreas Dorau (Gabriele Summen)

Andreas Dorau (Gabriele Summen)

amusio: „Und wie steht es um die Erschließung neuer Zielgruppen?“

Andreas Dorau: „Ich werde mich nicht verbiegen, etwa in Form von Remixen, die auf neue, jüngere Zielgruppen zugeschnitten sind. Ich glaube da nicht dran. Manche Altstars machen das, um irgendwo anzudocken. Ich halte das für Schwachsinn. Genauso wie den Einsatz von sogenannten Feature-Artists.“

amusio: „Wo verortest du dich in der aktuellen Musiklandschaft? Etwa im Verhältnis zu Phänomenen wie Heinz Strunk, der auf seinem letzten Album Die gläserne Milf auch nach dem Dancefloor schielt?“

Andreas Dorau: „Heinz Strunk macht Comedy, damit habe ich nichts zu tun. Man geht in der Gruppe hoch – und wieder runter. Darum versuche ich, Gruppierungen zu meiden. Lieber nehme ich alles auf meine Kappe, im Guten wie im Bösen.“

amusio: Noch ein Wort zum Wolpertinger, dem optischen Leitmotiv des Artworks…“

Andreas Dorau: „Der ist mir beim Filmstudium in München erstmals begegnet. Ist ja Jägerlatein. Präparatoren haben dann die Phantasiegebilde besoffener Waidmänner scherzeshalber nachgebaut. Was die Covergestaltung betrifft, stand für mich zunächst nur fest, dass ich dort keinesfalls ein Herz erblicken wollte. Irgendwann lief es auf ein Portrait von mir hinaus. Mit einem Tier. Auf dem Schoß. Da fiel mir der Wolpertinger wieder ein. Als eine Chimäre aus Schwan und Hyäne. Eigentlich wirkt das Gemälde von Helmut Kraus für diese Platte viel zu schwer. Aber mit der flotten Typo haben wir einen schönen Kontrapunkt gesetzt. Es prallen Welten aufeinander. Das gefällt mir.“

amusio: „Im Zusammenhang mit Die Liebe und der Ärger der Anderen fällt auch der Begriff Post-NDW‘. Keine Angst vor einem missverständlichen Spiel mit den Geistern der Vergangenheit?“

Andreas Dorau (Gabriele Summen)

Andreas Dorau (Gabriele Summen)

Andreas Dorau: „Ich habe lange gezögert, um diesem Begriff zuzustimmen. Nun, dass ich mit der Schlager-NDW nichts zu tun hatte, ist bekannt. Wie mittlerweile auch, dass NDW einst als deutsches Äquivalent zu Post Punk erachtet wurde. Nun, die Genres werden immer gerne mal umbenannt, heute firmiert so vieles, so auch New Wave, als Post Punk. Insgesamt werde ich inzwischen geschichtlich besser eingeordnet. Und wer mich kennt, der wusste mein Wirken schon seit jeher korrekt zu würdigen. Von daher habe ich Post-NDW einfach mal so stehen lassen.“

amusio: „Bist du als Teil der Aufarbeitung jemand, der auch sowohl die eigene als auch die Geschichte einer ganzen Genre-Generation fortschreibt?“

Andreas Dorau: „Ohne jetzt künstlich bescheiden zu sein: Das sehe ich nicht so. Ich mache meine Sachen für mich. Ich war fünfzehn als der Versuch einsetzte, eine andere Musik zu machen. Das trage ich in und mit mir. Aber nicht als Genre. Ich bin nur mir selbst gegenüber verpflichtet.“

Ossi mit Schwan:
youtube.com/watch?v=ZS0S1weG03Q

PRE-CHART-PARTY
07.07. Berlin
(Record Release Sause, Festsaal Kreuzberg, Biergarten)

Weitere Termine in Vorbereitung.

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