Atonalist feat. Gavin Friday - Atonalism

Der Ton macht die Musik

Eins vorweg: Mit Atonalität hat das, was die Multi-Instrumentalisten Renaud-Gabriel Pion und Arnaud Fournier als Hauptverantwortliche auf diesem mit Stilvorgaben Brennball spielenden Album treiben, so gut wie nichts zu schaffen. Vor allem, wenn die profane Übersetzung des Begriffs der Atonalität pejorativ auf „Missklang“ hinausläuft.

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Atonalist feat. Gavin Friday: "Atonalism" (Audiotrauma)

Atonalist feat. Gavin Friday: „Atonalism“ (Audiotrauma)

Doch lassen wir die hehre Musikwissenschaft auf sich beruhen. Widmen wir uns lieber einem atmosphärisch weit ausholenden Werk, auf dem sich elegante Electronica und lauernder Free Dark Jazz erstaunlich organisch mit grantigen No Wave-Attitüden oder mit dem orientalisch getünchten Reiz nicht-temperierter Tonarten verbindet.

Heftige Noise-Ausbrüche komplettieren ein Potpourri, an dem man sich gerne festbeißt. Doch will es bei genauerer Betrachtung scheinen, als vermöge es Atonalism (Audiotrauma) einen heterogen autochthon generierten Magnetismus auszulösen, dem man sich schlicht nicht entziehen kann.

Konzept und Umsetzung erweisen sich letztlich als viel zu verführerisch, um das Gefallen der Freiwilligkeit zuschlagen zu können. Die (sprech-) gesangliche Mitwirkung des seit seinen Zeiten mit den Virgin Prunes legendären Gavin Friday trägt selbstredend zum eindringlich magischen Effekt eines Albums bei, dessen programmatisch beispielhaftester Track zugleich den schönsten Namen trägt: Gottesanbeterin.

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