The Soundbyte - Solitary IV

Die Post ist da

Ob und inwiefern Trond Engum, der ehemalige Vordenker im Hause The 3rd And The Mortal, noch sämtliche Gefäße im metallischen Post-Folk-Schränkchen vorzuweisen vermag, braucht angesichts seines Entwurfs Solitary IV (Temple Of Torturous/Cargo) kaum zu interessieren. Vielmehr bürgt er hier, mit tendenziell eher an GY!BE gemahnenden Freifahrten, für quer gedachten Unsinn aus Schwere – und Verstand.

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The Soundbyte: "Solitary IV" (Temple Of Torturous/Cargo)

The Soundbyte: „Solitary IV“ (Temple Of Torturous/Cargo)

Sicher, es schwingt unterschwellig noch viel von dem mit, was einst norwegisches Gefühlsgut zwischen Folk und Metal vorzuweisen hatte. Eiskalte Wärme im Memento mori-Modus. Dennoch: Als The Soundbyte schraubt Trond Engum die Einfallswinkel beträchtlich auf: Neo-Klassik und Elektroakustik generieren ein großes Ganzes, das mehr will (und kann) als die vermeintliche Historie vorzugeben vermag.

Vielleicht ergibt der Hinweis auf die qua Produktion Beteiligten einen brauchbaren Hinweis auf das Ereignisspektrum von Solitary IV. Da wäre der Co-Mixer Michael Tibes, der seine Meriten unter anderem für Helloween oder Kamelot erworben hat. Und Neil Pickles im Sinnes des Mastering, der eng mit Piano Interrupted zu assoziieren ist. Helloween und Piano Interrupted in einer Rezension zu vernehmen, deutet an, was hier Ambach ist.

Sehr schön, gut und lobenswert, wie es Trond Engum immer wieder gelingt, geläufige Strukturen zu entlarven, um sie anschließend aufzubrechen. Post-Irgendwas in Reinkultur. Ohne dabei jedoch jenen emotionalen Impact zu kastrieren, der aus Kopfmusik Tränenbäche evoziert. Da darf dann auch mal eine Schweineorgel ran (Lamentations). Und sei sie auch noch so sehr emuliert. Wer dann noch nach Atem ringt, wird kapieren, dass er zum Leben verdammt ist – und bleibt.

Solitary:
youtube.com/watch?v=GDkXjN2f3so

thesoundbyte.com

 

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