Pfade durch die Musiklandschaft Australien XLV

Akustische Ökologie: keine Modeerscheinung

Es reicht wesentlich tiefer als es das bloße Einfangen und Imitieren von Lauten der natürlich-kreatürlichen Umwelt, deren Beschaffenheit und Varianz die Klarinettistin und Komponistin Vicki Hallett seit längerem in ihren Bann ziehen, leisten könnte. Neben einer spezifisch australischen Ausrichtung „akustischer Ökologie“ beschäftigen sie auch andere Formen der Klangkunst, etwa das prioritär von biologischer Seite getragene Elephant Listening Project, ein interdisziplinäres Forschungsunternehmen der Cornell University. Im aufführungspraktischen Sinn ist sie derzeit mit dem Sonus Ensemble und dem Geelong Symphony Orchestra auf den Konzertbühnen unterwegs.

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Die Komponistin und Klarinettistin Vicki Hallett kooperiert mit dem interdisziplinären Forschungsunternehmen Elephant Listening Project (im Bild: der an den Forschungen beteiligte Absolvent Ghislaine aus Gabun, Dolovis, 26.7.2011, CC-Liz.).

Die Komponistin und Klarinettistin Vicki Hallett kooperiert mit dem interdisziplinären Forschungsunternehmen Elephant Listening Project (im Bild: der an den Forschungen beteiligte Absolvent Ghislaine aus Gabun, Dolovis, 26.7.2011, CC-Liz.).

Die Absolventin des Victorian College of the Arts baut Brücken zwischen dem eigenen Schaffen, der Erforschung von Klangkunst, Performance und Lehre. Solo-Aufnahmen als Klarinettistin, aber auch (Konzert-)Videos zwischen Kammermusik und Klangforschung kamen in den letzten Jahren dazu. 2015 schrieb sie Essence für Klarinette, eine Komposition, von der man sich auf der Seite des Australian Music Centre einen Eindruck verschaffen kann. Anlässlich der 2016 abgehaltenen Konferenz International Sonic Environments erfuhr ihr Projekt mit der Cornell University regen Zuspruch, zumal in diesem Zusammenhang auch ihr Stück Elephant Song entstand, in den man auf ihrer Website hineinhören kann.

Vicki Halletts Album 'Cartouche' (B013H1W1KA)

Vicki Halletts Album ‚Cartouche‘ (B013H1W1KA, 2013)

Nach eigenen Worten interessiert sie insbesondere die Verbindung zwischen dem Hören als kultureller Übung und der Resonanz von Klängen im Gehör von Mensch und Tier. Vicki Hallett geht – wie sie es selbst auf den Punkt bringt – der Frage nach, wie Höreindrücke und kreatives Komponieren zusammenspielen, welche Rolle Inspiration und die Behauptung von Authentizität dabei spielen.

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.