Interview mit Assaf Kacholi

„Ich bin ein offener Purist“

Assaf Kacholi (Sofia Lucksch)

Assaf Kacholi (Sofia Lucksch)

Der im Zusammenhang mit Adoro überaus beliebt gewordene Tenor Assaf Kacholi überrascht – und brilliert – mit einem streng persönlich gehaltenen Album: Berlin Tel Aviv (Springstoff/Indigo, ab Freitag). Seine Liedauswahl lässt tief blicken. In eine Beseeltheit, die sich quer durch die Epochen schlängelt, um letztlich ins Herz zu beißen. Irgendwo zwischen Tegel und Tel Aviv, zwischen Barock, Schönefeld und Jerusalem.

amusio: „Dein Album erweist sich als ungemeine Überraschung, insbesondere wenn es ohne Vorkenntnisse im Hinblick auf deine Partizipation bei Adoro oder dem von dir dort gewählten Repertoire erklingt. Schubert, Dowland, Tosti, Schumann, Weill. Gewagt gekonnt. Doch der Einstieg – Hinach Yafah Rayati – lässt dich als Kantor einer Synagoge vorstellen. War das Absicht? Oder lediglich dem Flow des Albums geschuldet?“

Assaf Kacholi: „Sowohl als auch. Vor Jahren erhielt ich eine Einladung zum Singen, auf einem Kirchenmusikfestival bei Jerusalem. Ich sang Händel, das Ave Maria von Bach und Gonoud. Und gegen Ende einen hebräisch verfassten Titel mit Chor. Und obwohl ich ein säkularer Sänger bin, und persönlich eher nicht religiös, stellte sich eine Art Magie ein. Ich spürte, wie sich meine Stimme unwillentlich veränderte, wie ich sozusagen vom Tenor zum Kantor wurde.“

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