Celeste – Infidèle(s)

Irgendwie richtig

Celeste: "Infidèle(s)" (Denovali)

Celeste: „Infidèle(s)“ (Denovali)

Muss es einem leid tun, wenn die „ranzösischen“ Metal-Avantgardisten auf ihrem neuen Album streng nach NDH duften? Und das Kaputte, Desolate auf Ausreißer (Sombres Sont Tes Déboires) beschränken? Die Weiber auf dem Cover, schamhaft bekleidet, zeigen eben nicht, was Sache ist. Derweil der Vorgänger Animales (auch aus dem Hause Denovali) doch in blanke Gesichter blicken ließ.

Aus Lyon erklingt Nachsicht. Anders lässt es sich kaum in hohle Worte fassen, was sich Celeste nun erlauben: Überschaubarkeit statt Schockeffekt. Genugtuung statt Aggression. Und genau dort, in dieser Verwirrung aus Bedrohungsszenario und Empathie, liegt die entschlossen aufgeführte Indifferenz verborgen, die Infidèle(s) zu einem Album für die Ewigkeit macht.

Die Ausweglosigkeit mit einem unverschämten Lächeln quittierend, wird Zugänglichkeit zu einem Akt der Zähmung, der seine Wirkung bewusst nur im Nachgang zeitigt. Während zahlreiche Metaller ihr Heil in der Hermetik oder in der Hitparade wähnen, bleiben Celeste autark, wenn auch wesentlich weniger widerlich als zuvor. Next step: Split-Album mit Eisbrecher. Wir lachen uns jetzt schon halbtot. Mit Sicherheit das beste Metal-Album des Jahres 2017. Nach Paradise Lost.

denovali.com/celeste

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