Dmitry Evgrafov - Comprehension Of Light

Aufschlüsse (auch) im Hinblick aufs Morgen

Dmitry Evgrafov: "Comprehension Of Light" (Fatcat/130701)

Dmitry Evgrafov: „Comprehension Of Light“ (Fatcat/130701)

Von Michael Nyman bis Ólafur Arnalds, von Nils Frahm bis Max Richter: Die Namen, welche nicht zu Unrecht eng mit den Moskowiter Neuklassiker Dmitry Evgrafov zurecht verbunden werden oder verbunden sind, klingen mindestens ebenso gut, wie sein neues Album, Comprehension Of Light (Fatcat/130701). Was ihn dort gegenüber den zurzeit noch namhafteren Protagonisten der Szene auszeichnet, ist ein geradezu bezauberndes Gespür für jene Zwischentöne, die notwendig sind, um auch auf Umwegen zum Ziel zu gelangen.

Freilich kommen auch Hauschka, Dustin O’Halloran oder Jóhann Jóhannson in den Sinn, so Comprehension Of Light vernommen wird. Eben jene Riege, in die sich Dmitry Evgrafov aufzuschließen anschickt. Ohne nun im Einzelnen Bezüge herzustellen (die irgendwann sicherlich auch zu Eduard Artemiev führen würden), sei versichert, dass die Güte seines Albums allein schon hinreicht, um es den Sammlungen (und Gemütern) all jenen tendentiell eher zartbesaiteten Zeitgenossen zu empfehlen, denen es nichts ausmacht, wenn großer Beseeltheit eine Bühne bereitet wird.

Vom Iskra String Quartett (The XX, Radiohead), Abul Mogard (Znanie) und Benoît Pioulard (Kintsukori) sachdienlich unterstützt, entfaltet sich mit Comprehension Of Light ein Album, das mit zunehmender Laufzeit ernst macht. Indem es ziemlich eindeutig auf jene manchmal nur schwerlich zu fassende Schönheit von Lebensphasen abzielt, die sich am ehesten im Nachhinein genießen lassen. Hehre Schwermut, sanfter Trost. Und morgen ist auch noch ein Tag. Kapiert?

facebook.com/dmitryevgrafov
130701.com/release/comprehesnion-of-light

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