Orchard - Serendipity

Im Schwebezustand der Vollendung

Orchard: "Serendipity" (Ici d'ailleurs/Mind Travels Series)

Orchard: „Serendipity“ (Ici d’ailleurs/Mind Travels Series)

Bereits vor rund einem Monat erschien mit Serendipity (Ici d’ailleurs/Mind Travels Series) das erste gemeinsame Album – und somit zugleich auch das erste makellose Vermächtnis – von Aidan Baker, Gaspar Claus, Franck Laurino und Maxime Tisserand. Was angesichts des Umstands, dass die vier gestandenen Musikerpersönlichkeiten sich zuvor einander persönlich kaum kannten, geschweige denn miteinander bereits agiert hätten, besondere Anerkennung verdient.

Man mag einwenden, dass es zunächst einmal nichts Außergewöhnliches an sich hat, wenn Musiker (so sie auch aus unterschiedlichen Ecken stammen) zueinander finden, um im neu entstandenen Kollektiv entsprechend neue Wege zu beschreiten. Doch was Orchard binnen dreier Tage auf der Grundlage von wenigen Begriffen aus der Wortsprache, – die zunächst einmal nur eine vage Ahnung von dem anregen sollten, wie die Resultate eventuell klingen könnten – in einen Schwebezustand der Vollendung überführt haben, unterstreicht den Stellenwert, dem Serendipity im weiten Feld zwischen konzertantem Ambient und freier Form von nun an zugestanden werden sollte.

Mit der Prämisse einer möglichst organischen Entfaltung gelingt es dem Quartett quasi simultan, die Verlaufsform seiner Annäherung untereinander – anhand weitläufiger Scapes – nach außen zu tragen. Vorwiegend in sich ruhend, bisweilen gar auf Schlagdistanz zur Stagnation, legen Orchard ein subjektives Zeitempfinden nahe: Minuten werden zu Jahreszeiten. Und die gute Stunde von Serendipity zu einem einzigen – nomen est omen – Glücksfall.

mindtravelsseries.com
dense.de

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