Jason Grier - Demonstration Disc

Eine Frage des Inputs

Jason Grier: "Demonstration Disc" (Human Ear Music)

Jason Grier: „Demonstration Disc“ (Human Ear Music)

Nur mal angenommen, der Berliner Software-Entwickler, Klangkünstler und Musik-Visionär Jason Grier hätte die Regie von Demonstration Disc (Human Ear Music) nicht den Algorithmen des von ihm selbst entwickelten Seurat MIDI überlassen. Zudem das Album nicht als Sound Library eines wesentlich umfangreicher angedachten Open Source Projekts vorgestellt. Oder einfacher: Was, wenn er sich nicht so offen in die Karten schauen lassen würde? Was bliebe dann über? Ein Album, dessen scheinbar allenfalls symbolisch begrenzte Ausdrucksform zum lohnenden Zuhören zwingt. Was sonst?!

Zugegeben, es fällt schwer, bei Demonstration Disc von der Art (sic) ihrer Entstehung zu abstrahieren, so man auch nur halbwegs informiert ist. Andererseits liegt hierin wohl die eigentliche Herausforderung, die Jason Grier dem Hörer zumutet. Warum sollte das Ergebnis hier mit einem anderen Maß bemessen – und anders erfühlt werden – als all die anderen Artefakte der digital induzierten Avantgarde, die vergleichsweise „konventionell“ entstehen?

Samt Field Recordings und der Integration „echter“ Instrumente, wie zum Beispiel einem Stutzflügel aus dem vor-vorigen Jahrhundert, auf den Jason Grier zufällig stieß. Sowie der Partizipation, – von Julia Holter bis Lucrecia Dalt. Spricht aus diesem Versuch einer aufs vorläufige Ergebnis fixierten – und somit das Vorliegende fixierenden – Rezeption letztlich nur das Misstrauen gegenüber einer künstlerisch-kreativ instrumentalisierten IT, die ein generelles Umdenken erzwingt? Es bleibt nahezu alles  – eine Frage des Inputs.

Info und Interview:
ableton.com/en/blog/jason-grier-demonstration-disc

hem.rocks
facebook.com/jasongriermusic

dense.de

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