Interview mit Pat Splat (F.K.Ü.)

„Die Kombination aus Horrorfilm und Thrash Metal ist nach wie vor der Gipfel der Gefühle“

F.K.Ü.: "1981" (Despoetz Records/Cargo)

F.K.Ü.: „1981“ (Despoetz Records/Cargo)

amusio: „Im Jahr 1981, als dem Slasher-Genre seine Blütezeit widerfuhr, befand sich der Thrash Metal noch im hohlen Baum. Seid ihr euch dieser temporalen Inkohärenz bewusst? Oder könnte es gar sein, dass die Horrorfilm-Kultur jener Zeit musikalische Reaktionen hat hervorrufen können, zu denen – sicherlich nicht zuletzt – auch die Entwicklung des Thrash Metal zu zählen ist?“


Pat Splat: „Derlei zeitliche Verschiebungen sind stets interessant. Wir hätten auch das Jahr 1987 zum Anknüpfungspunkt machen können. Dann hätten wir zugleich unser dreißigstes Jubiläum abgefeiert. Mit Aufhängern wie Hellraiser, Near Dark, Tanz der Teufel II, The Hidden oder Stagefright. Aber diese Filme aus einem gleichfalls guten Jahr haben wir zum Teil schon durch. Ich denke schon, dass die teils drastische Ästhetik der klassischen Slasher-Movies junge Metal-Musiker beeinflusst hat. Wenn die Filme heute zum Teil auch etwas behäbig und vergleichsweise harmlos wirken, so gilt dies nicht für die Musik, die sie damals eventuell latent beeinflusst haben. Eine gewisse unbekümmerte Wildheit ist den Slashern von damals ebenso immanent, wie den Anfängen des Thrash Metal aus jener Zeit. Atmosphäre war entscheidend. Und wichtiger als das steril Kalkulierte von heute.“ 

amusio: „Was waren denn damals eure musikalischen Haupteinflüsse? Die üblichen Verdächtigen? Oder auch lokale Bands, die du uns empfehlen kannst?“

Pat Splat: „Als wir 1987 loslegten, bezogen wir uns auf Crossover-Bands wie D.R.I., Ludichrist, Carnivore, Mucky Pup, Crumbsuckers und, natürlich, S.O.D. Um nur ein paar Namen zu nennen. Die damalige Szene in Schweden erwies sich jedoch als kurzlebig. Death Metal dominierte rasch. Aber ich kann aus dieser Zeit eine Band namens Atrocity und deren Album The First Defiance nur wärmstens empfehlen.“

amusio: „Beschränkt sich eure Hingabe auf den Crossover und den Thrash der frühen Jahre?“

Pat Splat: „Keineswegs. Ich spreche im Namen der Band, wenn ich zugebe, dass wir auch viele Genres schätzen, die über den eigenen Horizont hinausgehen. Wir sind zum Beispiel totale Fans von Horrorfilm-Soundtracks. OK, das war jetzt nicht allzu überraschend (lacht). Aber wir wissen darüber hinaus auch den aggressiven Impact von klassischer Musik oder Dancefloor durchaus zu schätzen. Doch die Kombination aus Horrorfilm und Thrash Metal ist uns nach wie vor der Gipfel der Gefühle. Ein ultimativer Ausdruck…“

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