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Gebündelte Erkenntnisse – mit Dauerfaktor

Arnold Jacobshagen räumt in seinem Kompendium, das den Komponisten Gioachino Rossini in seinem gesamten musikalischen Umfeld und dessen weiterer Irradiation zu begreifen sucht, unter anderem mit dem spezifisch mitteleuropäischen Klischee vom Hauptvertreter der komischen Oper – zentriert auf den Barbier von Sevilla und La Cenerentola – auf, denn die Zahl der ernsten Bühnenwerke überwiegt durchaus. Wenig präsent ist in Deutschland auch der Umstand, dass der „Schwan von Pesaro“, der häufig schwer krank und eben nicht ein leichtfüßiger Lebemann war, mehr als einhundert Werke für die Kirche schuf.

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Der renommierte Kölner Musikwissenschaftler Arnold Jacobshagen legte am 1. Dezember 2017 gegen Ende 2017 dieses Kompendium über Rossini vor - das mit einigen Klischees aufräumt (ISBN-13 978-3890077703, Laaber Verlag).

Der renommierte Kölner Musikwissenschaftler Arnold Jacobshagen legte am 1. Dezember 2017 gegen Ende 2017 dieses Kompendium über Rossini vor – das einige Klischees entzaubert (ISBN-13 978-3890077703, Laaber Verlag).

Dass Rossini gerne gut kochte und dementsprechend viel aß, gehört zu den weiteren Vorurteilen über einen Tonschöpfer, der (nicht nur) in den westlichen Opernhäusern seiner Zeit den ersten Platz verteidigen konnte. Der Ende des vergangenen Kalenderjahrs erschienene Band, der als nachhaltig zu empfehlendes Handbuch bezeichnet werden kann, widmet sich auch den arkanen Seiten von Rossinis Kompositionskunst sowie den Phasen seines Schaffens im Detail. Der hohe Glücksfaktor beim Anhören seiner komischen Opern sollte darüber aber nicht ausgeblendet werden.

Eine neue Formenlehre legte übrigens kurz vor Jahresende 2017 Hansgeorg Mühe mit Formen und Strukturen in der Musik in der Reihe Studien zur Muikwissenschaft beim Hamburger Verlag Dr. Kovac vor. Dabei geht der Autor anders als herkömmlich vom Basisparameter der Länge eines Musikstücks aus, nach der sich sekundär Formen und Gattungen ausdifferenzieren. Das Buch versteht sich mit einem Umfang von nur 138 Seiten mehr als Leitfaden für angehende professionelle Interpreten und Komponierende, dem es an Präzision allerdings nicht mangelt.

"Input" für die Beschäftigung mit Frobergers eigentümlicher Notationsweise: Florian Bassanis neues Buch, das "zwischen den Jahren" erschien (ISBN 13-978-3706909815).

„Input“ für die Beschäftigung mit Frobergers eigentümlicher Notationsweise: Florian Bassanis neues Buch, das „zwischen den Jahren“ erschien (Praesens Verlag, 28.12.2017, ISBN 13-978-3706909815).

Einer Entdeckung Florian Bassanis verdanken wir neue Erkenntnisse zum Werk des Nürnberger Tastenmeisters Johann Jacob Froberger: Mit dem Gesangstraktat La Belle Methode ou L’art de bien chanter von Jean Millet aus dem Jahr 1666 erschließt er spezifische Aspekte von dessen Cembalo- und Orgelmusik. Aus dem Manual erklärt sich das (rätselhafte) skizzenartige Notationsverfahren des Komponisten. Eine verblüffende Schlussfolgerung daraus ist, dass die Rolle des Vortragenden und seine Mitverantwortung für das msuikalische Werk um die Mitte des 17. Jahrhunderts wesentlich höher zu veranschlagen sind als bislang erahnt werden konnte …

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.