Storm{o}: "Ere" (Moment Of Collapse Records/Broken Silence)
Storm{o}: „Ere“ (Moment Of Collapse Records/Broken Silence)

Storm{o} stammen aus Venetien. Und provozieren mit Ere (Moment Of Collapse Records/Broken Silence, ab 2. Februar) ein desaströs wirksames Post-HC-Naturereignis (Donnerwetter), das den amtlichen Vorgänger Sospesi Nel Vuoto Bruceremo In Un Attimo E Il Cerchio Sarà Chiuso – trotz dessen brachialer Durchschlagskraft – auf die Plätze verweist. Denn Luca, Federico und Giacomo haben keinerlei Veranlassung, bei dem Großreinemachen ihrer Erinnerungen auch nur ein Quäntchen Nachsicht walten zu lassen.

Was andere vorgeblich sublimierend vor Klischees triefen lassen (oder schlicht ausblenden), wird für Storm{o} – dem kontextuell gewöhnungsbedürftigen Idiom zum Trotz – zur Ehrensache. Es wird abgerechnet. Einseitig, unversöhnlich, wutschnaubend – dem ubiquitären Ekel (vor dem Horizont einer generalisierten Abschnürung von freudvoller Selbstgenügsamkeit) entgegen. Zwar uneingeschränkt traditionsbewusst (wer will, kann hier Dutzende Referenzbands einbauen), dafür aber mit dem Bonus schroffster Beschaffenheit bewandert, der bloße Einfühlung zur feigen Anmaßung degradiert.

Das kommt davon, wenn tradiert monochromer Hardcore mit den Truppen seiner fiesen Exzellenz Sludge unterwandert wird. Wenn scheinbarer Kontrollverlust zum perfiden Plan gehört. Und die Produktion zudem Echoräume erschließt, wo sich die Frustration mit sich selbst multipliziert. Dennoch mag es zur schuldigen Freude gereichen, die haufenweise aufgebotenen Fäden der melodischen Unterhaltung aus den real-infernalischen Strukturen zu destillieren. Aus jenen Songstrukturen, die Ere – erst recht – zu Tragweite und Tiefe verhelfen.

Ere (Album Trailer):
youtube.com/watch?v=sejG19RAJM8

facebook.com/stormohc

 

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