Aidan Baker & Gareth Davis: "Invisible Cities" (Karlrecords)
Aidan Baker & Gareth Davis: „Invisible Cities“ (Karlrecords)

Leise beginnt sie, gelinde verstörend bleibt sie – die im November 2016 live im Muziekhuis zu Utrecht mitgeschnittene Kooperation von Aidan Baker (Nadja et al.) und Gareth Davis (Oiseaux-Tempête), die nun unter dem Namen Invisible Cities (Karlrecords) auf Vinyl vorliegt. Und bei der es keine Schande ist, ihrem tristen Charme zu erliegen. So die mäandernde Bassklarinette immer wieder versucht, sich auf diffus-profunden Ambient-Flächen Orientierung zu verschaffen (wobei sie ihr Scheitern apriorisch mitklingen lässt), ergeben sich Rückschlüsse auf den hehren Trotz, der das eigene Wirren lehrt, wie von selbst.

Die Bewegung im Unsichtbaren, sie schärft die übrigen Sinne. Die Ohren gespitzt, der Tastsinn seismographisch geeicht, allein das Gleichgewicht gerät ins Wanken. Wie aus der Ferne widerhallend, ersucht das melodische Element Koordinationsoptionen. Doch es erstirbt ein ums andere Mal. Klagend. Oder in einem plötzlich zustechenden Schmerz. Dann windet es sich, doch das Fundament bleibt viel zu inert, um mehr als nur eine Ahnung von Netzwerken (ohne doppelte Böden) zu erlangen.

So entsteht aus der erratischen Entfremdung allmählich ein Heimatgefühl. Ein ungutes Heimatgefühl, aber immerhin. Könnte es sich bei Invisible Cities um eine Art Soundtrack zum Jenseits handeln? Wir werden es erfahren, vorausgesetzt unsere Suche endet nie. Ein Ausschnitt Ewigkeit? Ein Moment ohne Limit. Komm mit!

aidanbaker.org
facebook.com/AidanBakerMusic/
facebook.com/OiseauxTempete/

klangtint.com
karlrecords.net

dense.de

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