The Sleeper: "Apparatus" (ASTAT Entertainment)
The Sleeper: „Apparatus“ (ASTAT Entertainment)

Zwar schlugen The Sleeper, leidenschaftliche Verfechter eines modern gedeuteten (Post/Prog) Metalcore aus Leipzig, bis dato erst mit einem Album – Aurora – zu Buche. Dass man dennoch in den erlauchten Teilnehmerkreis des letztjährigen Euroblast Festival zu Köln vorstoßen konnte, dürfte die Band um Sänger Steven Jost und Schlagzeuger Richard Petzl nicht zuletzt auch seinen zahlreichen Live-Aktivitäten verdankt haben. Im Sinne ihres somit längst – verdientermaßen und angemessen – hoch gehandelten Namens legt der sächsische Fünfer mit Apparatus (ASTAT Entertainment) dieser Tage eine EP vor, deren perspektivisch weit ausholendes Potenzial Zinseszinsen abzuwerfen verspricht.

Ob es sich bei einer EP nun genuin um eine Art Zwischenschritt handeln muss, braucht angesichts von Apparatus kaum verhandelt werden. Denn die sechs anwesenden Tracks sprechen derart überzeugend für sich selbst, dass zukünftige Entwicklungslinien getrost noch eine gute Weile ungestört weiter reifen mögen. So identifiziert sich der Status quo im Hause The Sleeper anhand eines reichhaltig ausgestatteten Elans, der den stilistisch angestrengten Hybrid aus Breaks und Hooks, aus Härte, Melodik und Komplexität in sinnlich sinnvolle Bahnen lenkt.

Während der Synthetic Gospel zu Beginn des knapp 25-minütigen Spektakels eine amtlich vertrackte Biestigkeit in die Runde wirft, wartet das sich anschließende Glass Eater bereits mit waghalsigem Changieren zwischen brachialer Schlagkraft und gefühlvoll vom Gas genommenen Einsprengseln auf, – ein Verfahren, dass sich letztlich als wesentlich für das Gelingen im Ganzen entpuppt. Dieses hohe Maß an Varianz wird anschließend – über den tückisch instrumental gehaltenen Ruhepol Engineer hinweg – bis zur grandiosen Schlusspointe (The God Of Suffocation) souverän durchgehalten.

The Sleeper (thesleeperofficial)
The Sleeper (thesleeperofficial)

So bietet – und fordert – Apparatus viel, freilich ohne wirr zu überfordern. Jede einzelne Idee, so brillant sie an sich auch sein möge, fügt sich den Erfordernissen des operativen Songwritings. Wodurch sich The Sleeper als eine Band erweist, die bedachtsam zu Werke geht. Wobei Apparatus alles andere als behutsam mit den Nerven seiner hoffentlich zahlreichen Hörer umzugehen pflegt. Dann schon eher: offensiv ertragreich. Bleibt nur die Frage: Wann geht es wieder auf Tour?

The God Of Suffocation:
youtube.com/watch?v=z3ETGje5jxo

facebook.com/thesleeperofficial

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