Duck Duck Grey Duck - Traffic Jam

Spaßfaktor Vier Viertel

Duck Duck Grey Duck: "Traffic Jam" (A Tree In A Field Records/Broken Silence)

Duck Duck Grey Duck: „Traffic Jam“ (A Tree In A Field Records/Broken Silence)

Auch wenn die Eidgenossen zurzeit wohl eher Schnee- statt Staurekorde aufzuweisen haben, verstehen sie sich darauf, mit hohen Aufkommen klarzukommen. So auch die Genfer Nelson Schaer (Drums), Robin Girod (Gitarre & Gesang) und Pierre Henri-Beyrière (Bass), die als Duck Duck Grey Duck mit Traffic Jam (A Tree In A Field Records/Broken Silence, ab 9. Februar) mal eben eine Doppel-LP mit 25 Songs zwischen Punkpop’n’Roll, agiler Soulsurf-Garagen-Psychedelia und einigen ungestümen Schüben aus der Jazzkeller-Hölle vorlegen.

Warum spreizend geizen, wenn die Kreativität so munter sprudelt? Das mögen sich auch Duck Duck Grey Duck gedacht haben, als es darum ging, dem Debüt-Langspieler Here Come… einen adäquaten Sukzessor angedeihen zu lassen. Et voilà: Das Ergebnis ihrer Freigiebigkeit gibt ihnen endgültig recht. Schließlich eilen sie – mit jeweils angemessener Weile (es gibt sogar Songs dicht an an der Vier-Minuten-Marke) – durch ihren 25-hebigen Parcours, der partout keine Scheinschikanen aufweisen will.

Selbst die exemplifiziert draufgängerisch gestaltete Auskopplung Frelon beansprucht keinen sonderlichen Nimbus im Kontext der großangelegten Leistungsschau des modisch unbeeindruckt munter aufspielenden Trios. Man könnte sich jeden hier vorhandenen Song blind herauspicken, – und würde doch nur auf ein Track gewordenes Ausrufungszeichen stoßen.

Zwar gewähren die Surfboys vom Genfer See anhand einer gleich vierfach erfolgten Unterteilung (Back Beat, Pop & Fast, French Collision, Acid & Sweat) thematische Orientierung, doch bleiben die Grenzen fließend. Dass hier stets ein und dieselbe Band ihren Impetus sachdienlich ausstaffiert, steht außer Frage. Wiewohl etwa die French Collision-Sektion mit ihrer erstaunlich zurückhaltenden Intonierung andere Stärken ausspielt als die flott gepushten Parts zuvor oder das schweißtreibend schiebende Schlussviertel. Doch ob Kodierung oder Coloration: Zu viel davon kann es nicht geben. Ein Triple-Album böte sich als nächstes an.

Frelon:
youtube.com/watch?v=yuBV8flrJX4

16.03. CH-Basel (Sommercasino)

facebook.com/duckduckgreyduck

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