Köln, Hannover, München, Kaiserslautern, Weinheim

Prag auf Reisen

Prag (prag-music.com)

Prag (prag-music.com)

So langsam ist es endlich soweit: Das Berliner Meta-Chanson Duo Prag – Tim Krimi und Erik Lautenschläger – begibt sich auf eine gefühlt unterdimensionierte Gastspielreise, die ihren Anfang am 14. Februar in der allseits hoch geschätzten Kulturkirche zu Köln-Nippes nehmen wird. Zur Erinnerung an die bevorstehenden Sternstunden geschmackvoller Abendunterhaltung erlaubt sich die Redaktion, ausnahmsweise mal auf längst Festgestelltes zurückzugreifen: die hauseigene Rezension zum aktuellen Prag-Album.

Premiere, Kein Abschied – Es war nicht so gemeint (TÝNSKÁ Records/Tonpool): Tim Krimi und Erik Lautenschläger, kurz Prag, widmen sich der kontinuierlichen Intensivierung und Steigerung. Dichte, Spannung sowie Fein- bzw. Scharfsinn für Eloquenz sowie – essentiell – für die Umschiffung sämtlicher Untiefen, in die deutschsprachiger Chanson-Pop leider allzu oft gänzlich versinkt.

Prag: "Es war nicht so gemeint" (TÝNSKÁ Records/Tonpool)

Prag: „Es war nicht so gemeint“ (TÝNSKÁ Records/Tonpool)

Das alles (und noch so viel schier unsagbar mehr) bietet das Drittwerk in einem Maße, dass sich Augenzwinkern und vollkommene Seriosität kaum noch voneinander unterscheiden lassen. Dann schon eher die im Duett mit Josephin Busch entstandenen Tracks von den durchaus direkt angegangenen Solo-Vorträgen, deren dialogische Ungewissheit gleichermaßen spannungs- wie salbungsvolle Wechselbäder einlassen.

Dabei beeindruckt die stetige Durchwirken des scheinbar Profanen mit jener „Größer als das Leben“-Attitüde, die sich künstlerischer Konsequenz verdankt. Wehmut und Sehnsucht fechten also weiterhin ihren Streit um den Nimbus des „schönsten Worts der Welt“ aus. Und doch will es den Anschein haben, als wären diese beiden vagen Entitäten der Verfeinerung ihrer jeweiligen Argumentation inzwischen endlich erlegen.

Prag (prag-music.com)

Prag (prag-music.com)

Zwar überlappen sie sich weiterhin, doch gewinnt das nunmehr markant gewordene Bindeglied purer Eleganz als lachendes Drittelement – wenn auch stets dezent gequält. Dem Kitsch enthoben, der tragischen Schönheit des Moments anheim gefallen. Hauptsache, er dauert. Lange.

Es wird anders sein:
youtube.com/watch?v=VE2pq5LlOzk

14.02. Köln (Kulturkirche)
15.02. Hannover (Lux)
16.02. München (Backstage)
17.02. Kaiserslautern (Kammgarn)
18.02. Weinheim (Café Central)

prag-music.com
facebook.com/pragmusic

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