Mark Renner - Few Traces

Der Jugend ihren Lauf

Mark Renner: "Few Traces" (RVNG Intl.)

Mark Renner: „Few Traces“ (RVNG Intl.)

Die ab 16. Februar (inhaltlich auch auf CD und als Download) erhältliche Doppel-LP Few Traces (RVNG Intl.) porträtiert den Künstler als jungen Mann. Nach wie vor in erster Linie als Maler und in zweiter Instanz als Musiker aktiv, vollzog Mark Renner (von seiner Heimatfarm in Maryland aus) erste musikalischen Gehversuche: In einer Band, die Ultravox (noch mit John Foxx) zu ihren Vorbildern zählte. Entsprechend erweist sich auch die nun vorliegende Auswahl von Klangmalereien aus den Jahren 1982 – 90 als Zeugnis eines Geistes, der in jenen Jahren ein frisch gewelltes Idiom in die Mode-Paletten aus Song und Form einführen sollte, das bis heute nachhallt und seine tatkräftig überzeugten Vertreter findet.

Genau, es handelt sich bei Few Traces um eine illustre Ergänzung des Katalogs der Ursprünge dessen, was einst im weitesten Sinne mehrheitsfähig als „New Wave“ tituliert wurde und neuartige Teilschnittmengen wie süße Pilze aus frisch ersonnenen Subkulturen sprießen ließ. Sogar der erfreuliche Umstand, dass Mark Renner in den Zeiten seiner (musischen) Selbstfindung von Stuart Adamson (Skids, Big Country) persönlich bis nach Edinburgh begleitet wurde, ist zu vernehmen: Man höre den Titel Half A Heart – und staune nicht schlecht.

Mit vergleichsweise einfachen Mitteln (wie etwa einem Casio CZ101, zuzüglich einer elektrisch verstärkten Sechssaitigen) erinnert Mark Renner an die Granden seiner Jugend. Von Kraftwerks Franz Schubert (Few Traces) über Felt bis Durutti Column: so ziemlich alles an Bord, was Klang, Namen und Stil besaß – und über den heutigen Tag hinaus wahrt. Da tut es nicht Not, dass die hier allgegenwärtige Leichtigkeit der Schwermut das Feld der rein nostalgischen Heimsuchung überlässt. Denn bei aller zeitgenössischen Einfassung darf den Few Traces besten Gewissens eine geradezu zeitlose Qualität zugestanden werden. So auch die hier vorhandenen Songs und Skizzen gar nicht anders können, als die Zeit ihrer Entstehung hochleben zu lassen.

markrenner.net
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