Prag in Köln (Stephan Wolf)
Prag in Köln (Stephan Wolf)

Nicht eine Spur von Nervosität versprüht hingegen die musikalische Darbietung. Die Band erweist sich als ein ausgezeichnet eingespieltes Team, das die zahlreichen Stimmungswechsel – welche das Songmaterial des Berliner Duos offenbart – punktgenau und mit wohltemperiertem Gefühl zu transportieren versteht. Dabei überwiegen die melancholischen Aspekte zwischen „Sehnsucht und Wehmut“, bis hin zu anrührenden Momenten, in denen die Kunstfertigkeit dem persönlichen Gestus den Vorrang überlässt.

Jedoch schnappt die Stimmung – trotz des zunehmend begeisterten Applauses sowie einer zur Zugabe sogar teilweise angenommenen Aufforderung zum Tanz – nicht über, weder in Ausgelassenheit, noch in Rührseligkeit. Dafür bleiben Prag schlicht zu scharfsinnig und ambivalent, wenn es darum geht, das allzu Eindeutige zu vermeiden. Und sollte Erik Lautenschläger doch einmal das Sentiment zu übermannen drohen, wirkt Kollege Tom Krimi (der optisch glatt als Bruder von Jacques Palminger durchgehen könnte) als ausgleichender Sidekick. Insgesamt also eine Veranstaltung, die ihre Gäste mit viel Wärme und Herzlichkeit nicht nur für die anstehende Kälte des Heimwegs gewappnet haben sollte.

Es wird anders sein:
youtube.com/watch?v=VE2pq5LlOzk

Heute Hannover (Lux)
16.02. München (Backstage)
17.02. Kaiserslautern (Kammgarn)
18.02. Weinheim (Café Central)

prag-music.com
facebook.com/pragmusic

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