Denis Frajerman - Rivières De La Nuit

Über die Strenge schlagend

Denis Frajerman: "Rivieres de la Nuit" (Douzième Lune)

Denis Frajerman: „Rivieres de la Nuit“ (Douzième Lune)

Wie es sich für einen gestandenen Musiker mit Einzugsbereich und Wirkmacht ziemt, beschränkt sich das Schaffen des Denis Frajerman bei weitem nicht allein auf seine Partizipation bei Palo Alto. So stellt auch Rivières De La Nuit (Douzième Lune) nominell nur eine weitere Facette des Komponisten mit Hang zu Gitarre und Perkussion (wenn nicht gar zur Multi-Instrumentalität) dar. Über Jahre von einem insgesamt zwölfköpfigen Ensemble eingespielt, entführt Rivières De La Nuit über jene kategorischen Grenzen hinaus, die an der Schnittstelle von Jazz, Ambient und Kammerpop entstehen.

So dürfen mal wieder die Veröffentlichungen des Crammed Disc Labels dazu herhalten, um kurz anzudeuten, was sich auf Rivières De La Nuit so alles abspielt. Und das ist mehr als eine vorab bestimmbare Menge. Denn mit jeder Wendung, mit jedem Kniff, der vorgenommen wird, waltet eine Einladung zur unvoreingenommene Versenkung, wobei der zur Verfügung stehende Klangkörper seine Reize stets sukzessive und wohl dosiert entfaltet.

Allein bei dem über zehnminütigen Raumklangwunder Une Aurore De Lune könnte man der Versuchung erliegen, sich auf einer Streckbank zu wähnen. Denn wo zuvor (und beim Ausklang mit dem vokal veredelten Glassnost danach) die kompositorische Disziplin ihr Zepter subtil zu schwingen verstand, tritt hier, zu guter (Vor-)Letzt, doch noch eine konzeptionelle Strenge an den Tag, die dem an sich von einer bemerkenswerten Leichtigkeit allen Seins durchdrungenen Albums eine Pose verschafft, welche dem Format zur Vollendung gereicht. Wohl bekomme der Leckerbissen.

denisfrajerman.com
facebook.com/denis.frajerman

dense.de

 

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!