Wolfgang Proppe, Markus Berges, Christa Becker, Henning Nierstenhöfer, Ekki Maas: Erdmöbel beim CD-Release Konzert, Theater im Bauturm, Köln. Nicht im Bild: Chris Dewueb am Schlagzeug (Stephan Wolf)
Wolfgang Proppe, Markus Berges, Christa Becker, Henning Nierstenhöfer, Ekki Maas: Erdmöbel beim CD-Release Konzert, Theater im Bauturm, Köln. Nicht im Bild: Chris Dewueb am Schlagzeug (Stephan Wolf)

amusio: „Wie lautet denn der Tenor der Anfeindungen?“

Ekki Maas: „Zunächst einmal ist unsere Botschaft offenbar verstanden worden. Dass wir gegen das Zubetonieren unserer Gesellschaft, gegen die Nivellierung der Pluralität und grundsätzlich gegen soziale Ausgrenzung sind. Mit Kommentaren wie: ‚Ihr mit eurer Scheiß-Hoffnung – Abschieben muss man die alle‘ parieren die Rechten unsere Haltung.“

amusio: „Mit eurer Aktion habt ihr euch solidarisch mit jenen Initiativen gezeigt, die den Kölner Ebertplatz als multikulturellen Treffpunkt erhalten wollen, wiewohl er als bevorzugter Drogenumschlagplatz gilt. Schon ein wenig heikel, oder?“

Ekki Maas: „Es geht ja nicht darum, dass es für die Kölner Stadtverwaltung lästig ist, wenn am Ebertplatz mal nicht alles reibungslos verläuft. An sich ist dieser Platz ja verwaist, da passiert für gewöhnlich überhaupt nichts. Die Drogenszene in Köln besitzt andere Fixpunkte, die sich immer wieder verlagern. Nein, es ging und geht um Rassismus. Vor allem um eine dortiges Café, das sich zu einer Art autonomen Kulturzentrum schwarzafrikanischer Migranten entwickelt hat.“

amusio: „Und doch ist es erschreckend, wie massiv die Kommentare von rechts auf die Hoffnungsmaschine einprasseln…“

Ekki Maas: „Die Rechten sind sehr gut organisiert. Unser Video wurde flugs auf sämtlichen Pegida-Plattformen verteilt. Aber das verwundert nicht. Schließlich hassen die alle Menschen, die bunte Klamotten anhaben. Für die sind wir ‚Allnatura-Freaks‘, die, wenn das Wetter beim Dreh besser gewesen wäre, auch ‚nackt getanzt‘ hätten. Und wenn schon? Die Menschen sind nun mal verschieden. Doch das wollen die Rechten nicht akzeptieren.“

amusio: „Wollen wir weiter keine Zeit mit denen vergeuden. Sondern lieber nochmals den Aspekt der neuerlichen Konkretisierung aufgreifen. Der semantische Unterschied zwischen Hinweise zum Gebrauch und ‚Gebrauchsanweisung‘ erinnert daran, wie Markus seine Texte bekanntlich verstanden wissen will. Als Poesie, die nicht deutet, sondern vielmehr gedeutet werden möchte…“

Markus Berges: „Das lasse ich nach wie vor so stehen. Aber die Abkehr von der Beliebigkeit hat sich primär in der gemeinsamen Arbeit und unserem Miteinander untereinander geäußert. Im Zuge dessen, wie sich die Welt in den letzten Jahren verändert hat, sind auch wir politischer geworden. Auch in unserem Privatleben. Schon mit dem, was wir vorher gemacht haben, wähnten wir uns auf der Seite eines ungefähren Widerstands. Jedoch war der Kontext ein anderer. Heute beziehen wir Stellung. Und beantworten somit nach und nach auch für uns die Frage, warum wir als Band genau die Musik machen, die wir spielen.“

Ekki Mass: „Es muss klar sein, wo wir stehen. Das ist wichtig.“

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