Erdmöbel (Matthias Sandmann)
Erdmöbel (Matthias Sandmann)

Markus Berges: „Aber nicht im Sinne eines Parteiprogramms. Es geht um künstlerische Arbeit, deren vorzügliche Aufgabe es ist, Fragen zu stellen. Welche Zugänge eröffnen wir? Welche Sichtweisen lassen wir zu? Wir haben uns bei diesem Album gegenseitig neu kennen gelernt. Es hat eine Weile gedauert, bis wir selbst kapiert haben, dass diese neue Bereitschaft zur Diskussion einen wesentlichen Reiz ausmacht. Wie gehen wir etwa mit einem Titel wie Erschlagt die Armen um? Entscheidend ist, dass unsere Sache brennt! Dass sie etwas bewegt und diskutiert wird.“

amusio: „Ich denke, diese neue Diskurs-Kultur ist dem Album durchaus anzuhören. Und dass sie sich im Cover gleichermaßen subtil wie provokant kristallisiert. Es strotzt geradezu vor Ambivalenz…“

Ekki Maas: „Das Cover diskutieren wir noch heute. Obama – und noch viel mehr die US-Fahne. Das kann natürlich auf unterschiedlichste Weise verstanden oder besser: interpretiert werden. Es ging darum, den damaligen – und somit inzwischen gewesenen – amerikanischen Präsidenten zu zeigen. Und – im Zusammenhang mit dem Ableben von Al Jarreau – um einen Hinweis auf die Vergänglichkeit an sich. Aber es gibt beispielsweise Meinungen, die Barack Obama als Platzhalter für Donald Trump erachten.“

amusio: „Trotz der vergleichsweise schweren Themen, auf die ihr mit Titeln wie Erschlagt die Armen oder Barack Obama rekurriert, wirkt das Album insgesamt zunächst sehr schmissig, zugänglich und direkt, beim ersten Anlauf sogar seicht. Doch dann offenbart es seine zahlreichen Kniffe und auch musikalischen Mehrdeutigkeiten. Der Vorgänger Kung Fu Fighting besaß dagegen weitaus weniger Ohrwurmpotenzial. Oder?“

Ekki Maas: „Das haben wir auch schon genau umgekehrt vernommen. Aber dass da die Meinungen auseinandergehen, begrüßen wir! Und es stimmt, Kung Fu Fighting war prinzipiell musikalischer veranlagt. Es kamen sogar Instrumentalsolos vor. Hinweise zum Gebrauch ist kratziger. Somit bleibt vermutlich auch mehr davon hängen. Auch ich empfinde das Album als eine klarere Angelegenheit.“

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