ERdmöbel (facebook.com/erdmoebel)
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amusio: „Und mittendrin, fast schon monolithisch: das Tutorial…“

Ekki Maas: „Die sich über fast neun Minuten erstreckende Wiederholung ist natürlich ein Stilmittel, das sich bei Can und Jacki Liebezeit anlehnt. Doch haben wir uns diesen repetitiv-meditativen Effekt auch zuvor schon mal gegönnt.“

amusio: „Handelt es sich auf der Textebene um eine wortwörtliche Adaption?“

Markus Berges: „Meine Übersetzung ist ziemlich nah dran. Ich habe nur einige Marginalien hinzugefügt. Warum ich bei dem Ausgangsmaterial, diesem Instant-Workshop zum gezielten Weinen, gelandet bin, kann ich heute nicht mehr verlässlich nachvollziehen. Ich habe es aber als eine lohnende Aufgabe empfunden, mir Fremdmaterial anzueignen, bevor es einfach verrottet. Mehr noch als das Tutorial: Den deutschen Pressetext zum Abschied von Al Jarreau beim Song Barack Obama.“

Ekki Maas: „Das ist ja an sich alles andere als ein schöner Text. Doch ist es erstaunlich, was anhand der musikalischen Einpassung mit ihm geschieht. Ich empfinde ihn als extrem traurig, nicht bloß melancholisch. Es geht ans Eingemachte…“

Markus Berges: „Die deutsche Pressemeldung war dermaßen lieblos kommuniziert. Schlicht schäbig. Also außerhalb der Musik schlecht erneut vorstellbar. Doch offenbar ist es vom Schäbigen zum Traurigen kein allzu großer Schritt…“

Ekki Mass: „Dabei sind wir noch nicht einmal ausgesprochene Fans von Al Jarreau. Er war ein Musiker. Ich bin Musiker. Ich identifiziere mich mit seinem Schicksal: Da macht man die ganze Zeit die schönste Musik, zu der man fähig ist – und, peng, plötzlich hat man nichts mehr davon. Dann ist alles weg. Selbst davon, dass sie eventuell für diejenigen, die dich überleben, noch eine Weile weiter erklingen mag, hast du nichts.“

amusio: „Die Sterblichkeit ist ein Skandal ohnegleichen. Was wäre eigentlich das beste Alter, um ewig zu leben?“

Ekki Maas: „Das ist wohl individuell verschieden. Manche erleben schon früh ihre beste Zeit, andere brauchen da länger. So wie wir. Schon als wir vor über zwanzig Jahren mit Erdmöbel angefangen haben, hieß es vielfach: ‚Was wollt ihr denn jetzt noch? Ihr seid doch schon viel zu alt!‘ Aber wir waren als Band erst zu diesem vergleichsweise späten Zeitpunkt soweit, mit dem Ende der Diät eine vernünftige Platte machen zu können. Unsere Jugendsünden sind zum Glück nicht verewigt worden.“

Hoffnungsmaschine:
youtube.com/watch?v=Ypg4lw0O5CY

19.04. Leipzig (Moritzbastei)
20.04. Berlin (Lido)
25.04. Münster (Sputnikhalle)
26.04. Hamburg (Fabrik)
29.04. Köln (Gloria)
02.05. Wiesbaden (Schlachthof)
03.05. München (Milla)
04.05. Esslingen (Kulturzentrum)

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