Interview mit Niklas Paschburg

„Vielleicht ist es meine Zielsetzung, niemals anzukommen“

Niklas Paschburg (Niklas Paschburg)

Niklas Paschburg (Niklas Paschburg)

Mit Oceanic (7K! Records/Indigo) veröffentlichte der ursprünglich aus Hamburg stammende und inzwischen im bayerischen Burgoberbach ansässige Niklas Paschburg Anfang Februar ein Debütalbum, das nicht allein in Neoklassik-affinen Kreisen für gehobene Aufmerksamkeit sorgt. Dass er dieser Tage eine Support-Tour mit dem dänischen Elektropop-Trio WhoMadeWho absolvierte, spricht für seinen breit gefächerten Ansatz, der neben dem Piano auch synthetisch erzeugten Sounds und griffigen Songstrukturen Räume eröffnet. Wir unterhielten uns mit ihm vor seinem halbstündigen Gig im Kölner Stollwerck, bei dem er sich überraschend deutlich von seinen Studio-Versionen emanzipierte.

amusio: „Hi Niklas, die Kombination von dir und WhoMadeWho auf dieser Tour erscheint schon ein wenig eigenartig. Oder erweist sie sich für dich nachvollziehbarer als etwa für Außenstehende?“

Niklas Paschburg: „WhoMadeWho fand ich schon immer super. Dennoch war die Einladung, sie auf ihrer Tour zu begleiten, natürlich eine faustdicke Überraschung. Ich denke aber, dass uns im elektronischen Bereich doch so einige Gemeinsamkeiten verbinden. Zudem empfinde ich es selbst als anregend, wenn der Support etwas anderes bietet als der Hauptact. Darüber hinaus haben Who Made Who, wie mir Jeppe Kjellberg verriet, auch früher bevorzugt eine Art Musik vor ihren Konzerten laufen lassen, die meiner ähnelt. Offenbar gab es da schon immer eine Verbindung.“

Niklas Paschburg am Bürgerhaus Stollwerck, Köln (Stephan Wolf)

Niklas Paschburg am Bürgerhaus Stollwerck, Köln (Stephan Wolf)

amusio: „So abstrus ist dieser Brückenbau ja auch wieder nicht. Kannst du bitte noch kurz erläutern, woran du die Ähnlichkeiten mit WhoMadeWho festmachst?“

Niklas Paschburg: „Die Art der Verwendung von Synthesizern eröffnet ähnliche Klangfelder. Und auch die Drums, also in meinem Falle die Bassdrum, kennzeichnet so manche Schnittstelle. Wenngleich mein Tempo doch noch um einiges träger ist (lacht).“

amusio: „Spielst du denn auf der Bühne alles live ein? Oder greifst du auch auf Vorgefertigtes zurück?“

Niklas Paschburg: „Alle Instrumente werden in Echtzeit geloopt und gelayert. Zwar versuche ich, dem ursprünglichen Sound gerecht zu werden, doch bemerke ich, wie ich mir zunehmend Freiheiten erlaube und mich zusehends von den fixierten Studio-Versionen entferne.“

amusio: „Das Entfernen macht ja auch mehr Spaß…“

Niklas Paschburg: „Auf jeden Fall, das erlebe ich zurzeit Abend für Abend. Beim der Live-Reproduktion meiner EP Tuur Mang Welten habe ich mich noch nicht so beherzt aus dem Korsett der Vorlage herauslösen können. Doch mit dem Material von Oceanic gönne ich mir mehr Freiheiten – und Improvisation.“

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