Poems For Laila - Dark Timber

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Poems For Laila: "Dark Timber" (Baboushka Records/Broken Silence)

Poems For Laila: „Dark Timber“ (Baboushka Records/Broken Silence)

Mit Dark Timber (Baboushka Records/Broken Silence), dem Nachfolger von TIK TAK, liegt nun endlich das zweite Album von Poems For Laila – seit der Wiederbelebung durch Bandgründer Nikolai Tomás – vor. In einer Jurte im Havelland entstanden, erweisen sich er und Joanna Gemma Auguri erneut als (Alp-)Traumpaar des gehoben abgründigen Folk-Chansons. Naturbelassen und intim, dabei jedoch zugleich derart offen und transparent gehalten, dass man versucht ist, sich unmittelbar an der Seite des Duos im finsteren Walde zu wähnen.

Die Melodik oftmals rau formuliert, die Intonierung das blanke Gegenteil von prätentiös, die Atmosphäre – so etwa beim lauernden Lover – zwischen beängstigend und anheimelnd changierend: Poems For Laila offerieren noch entschiedener als auf dem Renaissance-Album TIK TAK eine Art magischer Nahbarkeit, die als vielleicht größten Vorzug zugleich jene Distanz wahrt, die notwendig erscheint, um sich die erkämpfte Autonomie auch gegenüber Erwartungen zu wahren, die der nach wie vor geläufige Name zwangsläufig hervorruft.

Sicherlich hat es Nikolai Tomás nicht nötig, die auch kommerziell leidlich erfolgreiche Vorzeit unter irgendeinen Scheffel zu stellen. Und doch fällt es schwer, das Gewesene mit den Ereignissen von Dark Timber in den Einklang der Kontinuität zu bringen. Doch wozu auch diese Mühe? Erweist sich doch das in sich immer wieder Rolle und Position wechselnde „Ying und Yang“ der beiden Protagonisten als renitent gegenüber Zuschreibungen, welche die schiere Authentizität des Dargebotenen zu desavouieren trachten.

Poems For Laila (Andrea Wolf)

Poems For Laila (Andrea Wolf)

So auch Joanna Gemma Auguri erstmals eigene Songs beisteuerte, scheint zwischen den beiden Verfechtern von Stil und Echtheit kein Laubblatt zu passen. Selbst wenn sie gemeinsam längst nicht ausgestandene Konflikte zwischen Wesen und Verwesung aufgreifen, so verwandeln sie diese doch in ein zumeist behutsam aufbereitetes Klangelixier, das sich jeglicher süßlicher Überformung souverän verweigert. Wonach Dark Timber duftet, dürfte klar sein.

12.04. Leipzig (Werk 2 – Kulturfabrik)
13.04. Siegen (Kulturscheune Sonnenhof)
14.04. Soest (Alter Schlachthof)
16.04. Bonn (Harmonie)
18.04. Frankfurt/Main (HoRsT)
19.04. Aachen (Raststätte)
20.04. Köln (Kulturcafé Lichtung)
21.04. Essen (Grend)
22.04. Göttingen (Nörgelbuff)
24.04. Hamburg (Monkey’s Music Club)
26.04. Nürnberg (Act Center)
28.04. Berlin (Frannz Club)

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