Interview mit Ricarda Giefer (Liebe Frau Gesangsverein)

„Da will ja dann doch jeder der Lauteste sein“

Liebe Frau Gesangsverein: "Nackt" (Roaring Disc Records)

Liebe Frau Gesangsverein: „Nackt“ (Roaring Disc Records)

Nackt (Roaring Disc Records) starten sie durch: Liebe Frau Gesangsverein. Eine Band aus Köln, die sich neue Ziele gesetzt hat, ohne die bereits in langen Jahren der DIY-Punkszenen-Zugehörigkeit erworbenen Erfahrungen zu unterminieren. Herausgekommen ist ein Debütalbum, das mit seiner unverfrorenen Melange aus Postpunk und Pop-Zutaten ebenso punktet, wie mit Texten, welche die Welt zuvor noch nicht vernommen hat. Da lag es nahe, sich mit der Autorin und Sängerin einmal auf einen Kaffee im Brüsseler Viertel zu Köln zu treffen.

amusio: „Hi Ricarda, obschon du mit Karate Disco und deine Kollegen unter anderem mit Another Day reüssierten, scheint ihr mit Liebe Frau Gesangsverein auf eine zuvor nicht unbedingt gekannte Resonanz zu stoßen. Woran liegt das?“

Ricarda Giefer: „Nun, wir haben uns für Liebe Frau Gesangsverein erstmals professionelle Unterstützung ins Boot geholt. Zuvor waren wir strikt DIY unterwegs, was ja auch ganz gut geklappt hat und nach wie vor funktioniert. Aber irgendwie wollten wir es mal riskieren: Mal mehr Mittel investieren – und schauen, ob es sich für uns lohnt.“

amusio: „Eine Entscheidung, die euch zumindest nicht den Wind aus den kreativen Segeln genommen hat…“

Ricarda Giefer: „Im Gegenteil. Es fühlt sich gut an, plötzlich in einer uns zuvor unbekannten Dimension wahrgenommen zu werden. Aber wir haben auch an den entsprechenden Stellschrauben gedreht. So habe ich zum Beispiel beschlossen, Gesangsstunden zu nehmen. Habe ich früher nicht als notwendig empfunden. Doch nun spüre ich, dass es sich auszahlt, wenn der reine Spaß an der Freude mit einer gewissen Professionalität unterfüttert wird. Natürlich bleibt die Musik zunächst einmal unser liebstes Hobby.“

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