Essen, Zeche Carl, 31. März 2018

Last Leaf Down – auf dem Melting Sounds Festival IV

(facebook.com/MeltingSoundsFestival)

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Als wir uns bereits im Januar mit unseren Redaktionslieblingen von Last Leaf Down – kurzerhand und erneut – kurzgeschlossen hatten, fußte dies auf einem ausgezeichneten Grund. Denn soeben war die Band und mithin ihr einzigartiger „Shoegaze From The Woods“ – als einer von insgesamt fünf hochgradig wertigen Acts – für die vierte Auflage des Meltings Sounds Festival zu Essen bestätigt worden. Also liefen zwischen Beinwill (Kanton Solothurn) und Köln mal wieder die Drähte heiß. Aus lauter Vorfreude.

Und die, nota bene, nicht nur auf die Schweizer Garde. Nein, auch auf den entfernt an The Blue Angel Lounge oder auch Holygram erinnernden Psych/Postpunk von Monographic, die französischen Szene-Urgesteine von Charles De Goal, die „Bassdrum of Death“ von Esben And The Witch sowie den neuerdings wieder abgrundtief lokalisierten Sound von Rome (aus Luxemburg) gilt es sich zu freuen. Dass sich der Veranstalter wiederholt nur seinem exzellenten Geschmack gegenüber verantwortlich zeichnet und zudem noch drei bildende Künstler (Franks Reich, Blendwerk31, Slindesign) zwecks Ausgestaltung der Venue ins Boot geholt hat, kann nur in höchsten Tönen angerechnet werden.

Last Leaf Down (facebook.com/lastleafdown)

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Ähnlich dachten auch Sascha Jeger, Benjamin Schenk und Pablo Echague von Last Leaf Down, als sie die Anfrage ereilte, dort doch bitte aufzuspielen. „Wir finden das Konzept großartig. Alle beteiligten Bands sind irgendwie anders gestrickt. Und doch ergibt das Line-Up auch für uns Sinn, da wir uns so womöglich einem Publikum präsentieren können, das auf gängige Etikettierungen ebenso pfeift, wie wir“, macht Sascha Jeger aus seinem Herzen keine Mördergrube. „So sehr wir unsere Präsenz etwa auf dem letztjährigen Gloomaar-Festival in Neunkirchen auch zu schätzen wissen: Einmal über den Tellerrand des Postrock zu blicken, wird uns sicher guttun“, sekundiert Benjamin Schenk.

Tatsächlich wirkt es schon ein wenig einengend, ausschließlich als Postrock-Band wahrgenommen zu werden. Und dies zudem noch in einem Maße, das der Güte des Repertoires bis dato kaum gerecht wurde. „Vielleicht gerieren wir uns auch ein bisschen zu sehr als randständig“, gibt Sascha Jeger zu bedenken. Die von Last Leaf Down gekonnt stilisierte Naturromantik mag halt auch nicht jedermanns Sache zu sein. „Aber wir würden schon sehr gerne häufiger live und im Ausland spielen. Jedoch investieren wir unsere Zeit offenbar lieber im Studio“, lacht Benjamin Schenk, der somit bescheiden und charmant auf den dritten Longplayer anspielt, der zurzeit entsteht.

(facebook.com/lastleafdown)

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„Wir haben unsere Lehren gezogen“, vermutet Kollege Jeger. „Unser zweites Album – Bright Wide Colder – erfuhr nicht ganz jene Zustimmung, die unser Debüt Fake Lights begleitete. Wir haben möglicherweise zu viel an Selbstfindung zugelassen. Ich spüre, wie wir nun wieder an Songs feilen, die eventuell keine Barrieren aufbauen.“ Da meldet sich Pablo Echague zu Wort. „Ich steuere nun auch Songs bei, da kann doch nichts mehr schiefgehen.“ Seine Kollegen wissen das zu schätzen. Und alsbald sicher nicht nur die.

Von Last Leaf Down wird – nicht nur an dieser Stelle – noch zu lesen und vor allem zu hören sein. Das ist mehr als nur gut zu wissen, doch wollen wir nun noch erfahren, wie die Helveter zu den anderen auf dem Melting Sounds Festival vertretenen Bands stehen. „Esben And The Witch sind unserem Wesen natürlich noch am nächsten. Und sie haben beeindruckende Platten vorzuweisen“, meint Sascha Jeger. Mit den anderen Bands habe man sich noch nicht eingehend beschäftigt, aber man zeigt sich überzeugt, in diesem Reigen eine mehr als gute Figur abgeben zu können. „Auch wenn man uns Schweizern das kaum zutraut: Wir brennen auf diesen Abend. Weil wir vermuten, dass wir imstande sind, mit unserem Sound das Publikum, so heterogen es auch zusammengesetzt sein mag, zu begeistern“, – meint vorläufig abschließend (nicht nur, once more) Benjamin Schenk.

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