Liza Anne - Fine But Dying

Kommt. Keiner auf die Schliche.

Liza Anne: "Fine But Dying" (Arts&Crafts/Caroline International)

Liza Anne: „Fine But Dying“ (Arts&Crafts/Caroline International)

Ein leichtes Spiel erlaubt sich Liza Anne auf ihrem ausgezeichneten Album Fine But Dying (Arts & Crafts/Caroline International) zunächst einmal nicht. Oder etwa doch? Fällt nicht leicht zu entscheiden, wo sie – doch – allein schon im Opener Paranoia so an die ungezählt fünfundzwanzig Emotionen aufruft, die sie nicht zu einer verbindlichen Option bündeln will. Und so geht es munter weiter – Langeweile oder Austauschbarkeit hören sich anders an. Auch aus Nashville.

Denn von dort kommt die Gute, man hört es ihr jedoch nicht unbedingt an. Oder anders gesagt: Liza Anne produziert nicht jenes Material, das man Nashville spontan zugestehen möchte. Selbst wenn sie sich gesanglich an gewissen Standards orientieren sollte: Sie tut dies, um die Distanz aufrecht zu erhalten. Gegenüber besagten Standards, nicht jedoch gegenüber dem Hörer, der ihr mal hübsch auf den Leim zu gehen hat.

Die Kombination aus Vorbehalt und Euphorie, aus Bodenständigkeit und Elaboration – sie ist an sich bekanntlich nicht neu. Doch Liza Odachowski weiß offenbar schon längst, wie sich mit Gegensätzen, Widersprüchlichkeiten und Uneindeutigkeiten verhandeln lässt. Dabei ist sie ungefähr so bissig wie einst ein Alice Cooper vor seinem dritten Comeback. Wie meinen? Ach, hört es doch selbst nach.

So Liza Anne zubeißt, so viel sei verraten, tut sie dies als Andeutung eines Kusses der Versöhnung. Wiewohl nicht klar wird, – womit. Fine But Dying transportiert dermaßen viel an wohl dressierten Ambiguitäten, dass einem – außer Cooper – vielleicht nur noch Torres einfiele, um sich den Idiosynkrasien der verantwortlich zeichnenden Dame halbwegs locker anzunähern. Um sicher nicht anzukommen. Nicht wirklich. Aber toll.

Paranoia:
youtube.com/watch?v=NOSFaIK3zSc

finebutdying.com
facebook.com/lizaannemusic

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!