Interview mit Charlie Barnes

„Diesmal war ich eingängigen Hooks nicht abgeneigt“

Charlie Barnes (Sara J. Warrilow/SS Creative Photography/Superball/Sony Music)

Charlie Barnes (Sara J. Warrilow/SS Creative Photography/Superball/Sony Music)

Mit dem herrlich eklektizistisch überzogenen „Big Morbid Death Pop“ seines Solo-Debüts More Stately Mansions konnte Bastille-Gitarrist Charlie Barnes zwar die Kritik beeindrucken, größere Hörerschichten leider jedoch kaum erreichen. Nun wagt er mit Oceanography (Superball/Sony Music) einen zweiten Anlauf. Und nimmt angesichts des hohen Ohrwurmfaktors seines nach wie gegenüber großen Gesten nicht abgeneigten Poprock-Entwurfs mithin Kurs auf die Radiostationen dieser Welt. Und auf eine Clubtour in Deutschland im Mai. Doch zuvor unterhielten wir uns mit dem agilen Briten – auch über generelle Fragen des Popbiz. Hier seine Antworten.

amusio: „Hi Charlie, aus anderen Interviews, die du in letzter Zeit gegeben hast, ist zu schließen, dass du viel über das Musiker-Dasein heutzutage und speziell deinem Wesen als Popmusiker reflektierst. Auch darum mal eine ganz generelle Frage zum Einstieg: Gibt es momentan einfach zu viel Musik, die veröffentlicht wird?“

Charlie Barnes: „Diese Frage tangiert sicherlich auch das vielleicht selbstmitleidige Gemoser, welches ich auf meinem neuen Album anstimme (lacht). Nun, dass tagtäglich Unmengen von Musik veröffentlicht wird, ist eine Sache. Eine andere das damit verbundene Streben von Abertausenden danach, nicht nur vernommen, sondern auch gemocht zu werden. Als ich noch vor wenigen Jahren davon träumte, einmal eine Art Star der Indie-Rockmusik zu werden, war noch nicht absehbar, dass man heute mehr Zeit für die Pflege seiner sozialen Kanäle aufbringen muss, um populär zu werden, als für das eigentliche Musizieren. Ich denke, es ist wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen. Und darüber die Lust am Wesentlichen zu verlieren.“

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