Wave Gotik Treffen XXVII - Perspektiven (2)

Interview mit LG Galleon (Dead Leaf Echo)

(www. wave-gotik-treffen.de)

(www. wave-gotik-treffen.de)

Es ist nicht allein der außerordentlich hohe Anspruch an die eigene Ästhetik, der das aus Brooklyn (NYC) stammende Künstler-Kollektiv Dead Leaf Echo zu herausragenden Postpunk/Shoegaze/White Noise/Dreampop-Ereignissen befähigt. Sondern auch die eigentümliche Weise, mit der das Quartett tradierte Einflüsse mutig amalgamiert und somit in musikalische Ausdrucksformen überführt, die angestammte Genre-Zuschreibungen ziemlich alt aussehen lassen. Ihre impulsiv-energetischen Auftritte, mit denen ein gehobenes Maß an Schalldruck und visueller Stimulation einhergeht, geraten somit zu sinnlichen Spektakeln der außeralltäglichen Klasse. Wer sich dem Genuss des aktuellen Albums Beyond.Desire (Reptile Music/Altone) aussetzt, wird diese Güte auch apriorisch unterschreiben wollen. Also baten wir Kollektiv-Sprecher LG Galleon aus mehr als guten Gründen zum Gespräch.

amusio: „Hi LG, um den Titel eures aktuellen Albums einmal aufzugreifen: Was befindet sich jenseits des Verlangens?“

LG Galleon: „Ich möchte diese Frage ganz konkret beantworten: Die Promo-Tour des Albums wird uns in sechs europäische Länder führen. Und dabei werden wir bereits einige neue Titel präsentieren, die auf unserer nächsten Scheibe enthalten sein werden. Sie ist bereits zur Hälfte fertiggestellt. Und wir wären noch weiter, wenn ich nicht den versehentlichen Verlust einer Festplatte auf meine Kappe nehmen müsste. Nun zielt unser Verlangen darauf ab, das verlorengegangene Material alsbald rekonstruieren zu können.“

Dead Leaf Echo (facebook.com/deadleafecho)

Dead Leaf Echo (facebook.com/deadleafecho)

amusio: „Dabei bestechen eure Veröffentlichungen – so auch Beyond.Desire – mit einer Qualität, die sich nicht zuletzt der Kooperation mit renommierten Namen wie Guy Fixsen oder Timothy O’Donell verdankt. Woher rührt dieses Niveau?“

LG Galleon: „Wenn es darum geht, die eigenen Qualitätsmaßstäbe zu erfüllen, tendiere ich stets zu einem neurotischen Verhalten. Ich kann mich dann kaum mit dem Gedanken anfreunden, dass eine Produktion tatsächlich auch vollends gelungen ist. Dagegen hilft es mir und uns, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die Dead Leaf Echo über Jahre hinweg inspiriert haben. So etwa Guy Fixsen, der an der Seite phänomenaler Bands wie Wire oder My Bloody Valentine seinen exzellenten Ruf erlangen konnte. Ihm unsere Gitarrenspuren für den finalen Mix anzuvertrauen, sollte sich als eine sichere Bank erweisen. Timothy O’Donell hat uns mit seinen Artworks über Jahrzehnte hinweg tief beeindruckt. Ich erinnere nur an seine Arbeiten für His Name Is Alive oder Gus Gus. Dass er auch für uns brillante Designs entwickelt, empfinden wir als eine Ehre, die sich anhand eines gehobenen Selbstwertgefühls niederschlägt. Und meine Neurosen eindämmt.“

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!