Dead Leaf Echo: "Beyond.Desire" ((Reptile Music/Altone)
Dead Leaf Echo: „Beyond.Desire“ ((Reptile Music/Altone)

amusio: „Ihr versteht und bezeichnet euch überwiegend als Künstlerkollektiv. Worin besteht der Unterschied zu einer konventionellen Band?“

LG Galleon: „Der kreative Konnex geht weit über die Musik an sich hinaus: Wir kooperieren eng mit Graphic und Stage Designern, mit Visual Artists oder auch Modeschöpfern. Die Grenzen bleiben dabei durchlässig. Darüber hinaus initiieren wir Ausstellungen, so wie zuletzt Excursions In Light in Philadelphia. Hierbei handelte es sich um einen hybrid strukturierten Raum, PhilaMoca, der museale und theatrale Optionen in sich vereinte. Dort spielten wir gemeinsam mit lokalen Bands, während der Photograph und Lichtkünstler Sweeny Bob sowohl für die optische Ausgestaltung als auch für die Dokumentation verantwortlich zeichnete. Das Konzept ging auf, – und so planen wir weitere Aufführungen dieser Art, so etwa in Boston, Providence und New York City.“

amusio: „Inwiefern wird eure Kunst und euer Kunstverständnis von eurer Umgebung, Brooklyn, beeinflusst? Zumal eure Musik nicht unbedingt jene Assoziationen bedient, mit denen Außenstehende Brooklyn für gewöhnlich in Bezug setzen…“

LG Galleon: „Brooklyn und New York City üben einen immensen Einfluss auf mein Schaffen aus. Die gesamte Atmosphäre, die jederzeit gegebene Nähe zu anderen Künstlern sowie die spürbare Anwesenheit von all dem, was in Jahrzehnten dort erschaffen wurde, formt und überformt unser eigenes Tun. Und jeder Kreative interpretiert seine Erfahrungen anders. Individuell entstehen permanent neue Sichtweisen auf Basis des Gewesenen. Einzig für Nostalgie bleibt nur wenig Raum. Ich würde es begrüßen, wenn sich wieder mehr Interessierte von außen mit der hiesigen Kunstszene auseinandersetzen würden, anstatt sich nur auf die Spurensuche zwischen Andy Warhol und dem CBGB zu begeben.“

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