Interview mit Joachim Witt

„Große Gefühle werden im Alltäglichen abtrainiert“

Joachim Witt (joachimwitt.de)

Joachim Witt (joachimwitt.de)

Mit seinem insgesamt siebzehnten Album, Rübezahl (Ventil Records/Soulfood), begibt sich Joachim Witt wieder in jene archaisch anmutenden Gefühlstiefen, die ihn einst anhand seiner Werkreihe Bayreuth nachhaltig aufs hiesige Radar emporhoben. Und auf eine vierzehn Stationen umfassende Frühjahrstour, wobei der oftmals winterlich-eisige Impetus von Rübezahl mit der Hitze bestens gefüllter Clubs und Hallen genüsslich verschmelzen dürfte. Wir baten den „Meister“ zum Gespräch.

amusio: „Hi Joachim, knüpfst du mit Rübezahl bei jenem Duktus an, der deinen Bayreuth-Zyklus auszeichnete? Kehrst du als Rübezahl sozusagen nach Bayreuth zurück?“

Joachim Witt: „In der Tat. Ich wollte wieder diese Großzügigkeit. Die klassischen Elemente und auch die eindringliche, instrumentale Härte. Allerdings wollte ich es noch toppen, noch epischer gestalten.“

amusio: „Lag dir der Schrat aus dem Riesengebirge schon länger am Herzen? Oder hat sich Rübezahl als Anknüpfungspunkt deines neuen Albums erst im Laufe seiner Entstehung ergeben?“

Joachim Witt: „Ich suchte nach dem geeigneten Bild. Es sollte einfach und klar sein. Welche Überschrift, was wäre die richtige Bezeichnung für das was ich ausdrücken will? Rübezahl war eine Eingebung. Ich erinnerte mich an meine Kindheit und meinen Blick auf diese beeindruckende Figur, die so gewaltig daher kam: Sowohl furchteinflößend, als auch beschützend für die, die Schutz brauchten. Eine Art archaische Kraft, die auch von meiner Musik ausgehen sollte. Mein Rübezahl ist der, der sich nichts vormachen lässt – und sich Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben hat.“

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