Interview mit Joachim Witt

„Große Gefühle werden im Alltäglichen abtrainiert“

Joachim Witt (joachimwitt.de)

Joachim Witt (joachimwitt.de)

amusio: „Dein Schrei nach Existenz und Existenzrecht – Ich will leben – droht im Laufe des Albums zu verstummen. Insbesondere im letzten Drittel nehmen deine Lieder eine eher eschatologische denn existentialistische Färbung an: Memento mori? Vergeblichkeit dank Vanitas?“

Joachim Witt: „Generell wichtig sind für mich die Begriffe Wunsch und Hoffnung. Sie bilden bei mir einen Pakt! Diese beiden Begriffe bleiben trotz meiner längst selbst erkannten Sterblichkeit unsterblich. Ein negativer Einfluss bleibt aber immer noch meine bisweilen misanthropische Haltung. Ich gehe davon aus, dass sich Wunsch und Hoffnung in meinen Darstellungen in erster Linie auf mich beziehen. Die Abfolge der Titel auf meinem Album hat kein System. Sie wurde aus dem Bauch heraus festgelegt.“

amusio: „Kann eine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit erst im vorangeschrittenen Alter Glaubwürdigkeit erlangen?“

Joachim Witt: „Diese Auseinandersetzung ist sicher keine Frage des Alters, sondern des Bewusstseins.“

amusio: „Das Album wurde von dir gemeinsam mit Chris Harms [Lord Of The Lost] produziert. Verlief eure Zusammenarbeit so flüssig, wie das Ergebnis nahelegt?“

Joachim Witt: „Ich weiß nicht genau, wie es Chris ergangen ist, aber nach unserer Testfahrt mit einem oder zwei Titeln, stellte sich bei mir folgendes Gefühl ein: Arsch auf Eimer! Offen bleibt lediglich, wer was ist (lacht).“

amusio: „Es ist bereits das zehnte Album seit deinem Comeback 1998 mit Bayreuth 1. Mal abgesehen davon, dass das Neue stets am schönsten glänzt: Welchen Stellenwert nimmt dein neues Album in deinem Œuvre ein? Oder hast du alle deine Kinder gleich lieb?“

Joachim Witt (www.joachimwitt.de)

Joachim Witt (www.joachimwitt.de)

Joachim Witt: „Ich habe längst nicht alle Alben lieb! Die liebsten sind mir Silberblick, Bayreuth 1, Dom, Neumond und nun Rübezahl. Bei ihm habe ich das erste Mal das Gefühl, angekommen zu sein. So möchte ich jetzt weiter arbeiten. Das ist im Moment mein Herzenswunsch.“

amusio: „Nun steht ordnungsgemäß die Tour zum Album an. Wie lange willst du dir das noch antun – und genießen?“

Joachim Witt: „Jetziger Stand der Dinge ist, solange wie möglich. Mit der Lust ist es so eine Sache. Ich hoffe, dass sie nicht so schnell wegbrechen wird!“

Herr der Berge:
youtube.com/watch?v=JW0zba_hGwg

Dämon:
youtube.com/watch?v=c3IEeoCLGMM

20.04. Erfurt (Stadtgarten)
21.04. Bremen (Tivoli)
27.04. Osnabrück (Rosenhof)
28.04. Bochum (Matrix)
29.04. Köln (Luxor)
30.04. Frankfurt/Main (Das Bett)
04.05. Berlin (Columbia Theater)
05.05. Hamburg (Mojo)
09.05. Hannover (Musikzentrum)
10.05. Rostock (Mau Club)
11.05. Dresden (Beatpol)
12.05. München (Backstage Halle)

joachimwitt.de
facebook.com/joachimwittmusik

 

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