Viech - Heute Nacht nach Budapest

Angestoßen, aber angstfrei

Viech: "Heute Nacht nach Budapest" (Phonotron/Broken Silence)

Viech: „Heute Nacht nach Budapest“ (Phonotron/Broken Silence)

Personell neu konfiguriert überzeugen Viech unter der Aufsicht des Steirers Paul Plut mit Heute Nacht nach Budapest (Phonotron/Broken Silence) als liebenswert knorrige Vertreter eines um Ecken und Kanten nicht verlegenen Rock-Chansons, dessen tragikomischer Charme sowohl von klaren Songstrukturen als auch von Texten herrührt, in denen Lebensweisheiten und Selbstzweifel zu großer Form auflaufen.

Kokettiert wird am allerwenigsten mit der Herkunft: Kaum ein Slang-Ausdruck führt hier in die Nähe zu leichtfertig frivolem Austro-Rock der (noch) angesagten Art. Dann schon lieber mit all dem Dreck, den zumindest Paul Plut Zeit seines Lebens bereits gefressen haben will („Im Dreck“). Doch selbst wenn er seiner eigenen Lebenserfahrungen Avancen macht – und aus ihnen in mal direkter, mal metaphorischer Laune schöpft – tut er dies stets im Sinne der viehischen Sache. Eitles Aufplustern gilt nicht.

Ich habe viele Fehler gemacht – wer hat das nicht? Doch nicht in jedem Zeitgenossen will das Eingeständnis des eigenen Scheitern Songs gedeihen lassen, die aus leidgeprüft befleckter Romanik eine Kraft schöpfen, die sich auf den Hörer überträgt. Wenn es um die hierzu notwendige Nonchalance geht, lassen sich Viech gewiss nicht lumpen. Wer sollte da noch Angst vor dem nächstem Griff ins Klo haben? Im Nachtzug nach Graz oder Budapest, vielleicht.

Ich hab viele Fehler gemacht:
youtube.com/watch?v=8amYEr5zifs

13.04. A-Wien (Sargfabrik)
19.04. München (Unter Deck)
20.04. A-Graz (Orpheum Extra)
21.04. A-Villach (Kulturhofkeller)

viech.org
facebook.com/viech.org

 

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