Frequency Drift - Letters To Maro

Unorthodoxe Introspektiven

Frequency Drift: "Letters To Maro" (Gentle Art Of Music/Soulfood)

Frequency Drift: „Letters To Maro“ (Gentle Art Of Music/Soulfood)

Auf seinem achten Studioalbum vollzieht das Autoren- und Produzententeam Nerissa Schwarz und Andreas Hack eine erneute Kehrtwende. Dominierte auf dem Vorgänger Last noch eine ziemlich gewalttätige Stromgitarre, wurde sie aus dem Klangbild von Letters To Maro (Gentle Art Of Music/Soulfood) nahezu vollständig verbannt. Und von E-Harfe, Mellotron oder Mandoline ersetzt. Da kommt es sehr gelegen, dass auch die konzeptionell zugrunde gelegte Storyline – in Briefform verfasst – ein introspektives Szenario beschreibt.

Zudem erlangt die Präzision, mit der die Bayreuther Verfechter eines episch veranlagten Progrocks seit jeher agieren, auf Letters To Maro eine neue Dringlichkeit: Jedes Detail (und davon gibt es jede Menge reichlich) fügt sich exakt in das von Verlusterfahrung und Melancholie eingefärbte Setting ein. Dass bei allem Aufwand die Songs atmen und Transparenz an den Tag legen, muss als besonderer Vorzug eines auch emotional überaus ansprechenden Albums in die Wertschätzung einfließen.

Hervorzuheben ist weiterhin Irina Alexia, die als Sängerin Melanie Mau ersetzte, für die textliche Feinarbeit Sorge trug und sich nun als kompetent erweist, es mit der feingliedrigen Dramaturgie des Albums aufzunehmen. Es würde nicht verwundern, wenn sie eine Musical-Ausbildung aufzuweisen hätte. Sie trägt also mit dazu bei, den Ton eines Albums zu treffen, das sich jeglichen Kitsch ebenso souverän verbietet wie belanglose Füller oder Schnörkel. Entscheidend für den starken Impact bleiben jedoch die Songs an sich. Sowie deren unorthodoxe ausgestalteten Arrangements.

Electricity:
youtube.com/watch?v=W7uUmo51OIw

14.04. Bayreuth (Glashaus, CD-Release-Show)

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