Black Light White Light - Horizons

Um Fassung ringend

Black Light White Light: "Horizons" (Forward Backwards Recordings/Broken Silence)

Black Light White Light: „Horizons“ (Forward Backwards Recordings/Broken Silence)

Es kommt zusammen, was man bis dato für eher unwahrscheinlich hielt: Selbst die rhythmische Portishead-Hommage des ausgekoppelten Openers King Kong kann als Blender kaum verhehlen, dass sich die schwedische Band um ihren dänischen Vordenker Martin Ejlertsen auf ihrem dritten Album Horizons (Forward Backwards Recordings/Broken Silence) bewundernswert weit aus sämtlichen Fenstern lehnt, die auf Balustraden hinausführen, wo seltsam schöne Blüten ihr Eigenleben ausschlagen lassen.

Horizons versprüht Aromen, die man zwar zu kennen glaubt, doch aufgrund ihrer neuerlichen Komposition zur Häresie verführen. Klebt ein Label wie „Neo-Psychedelia“ vielleicht verlässlicher als der Verlegenheitsschweiß aus zuckenden Achseln? Seriosität erlangt dieser Verdacht selbst in seinen am liebsten Pop-Zitat gewordenen Aggregaten (California Love) kaum. Denn das strikte Festhalten an klar erkennbaren Songstrukturen lässt zweckentfremdet vages Ausschweifen nicht zu.

So wahren Black Light White Light – trotz ihres riskanten Einsatzes von seltsam synthetisiert anmutenden Ingredienzien – ihre Fokussierung. Und gewähren somit den barrierefreien Zutritt in eine verselbstständigte Zitatensammlung, deren Anhäufung von Querverweisen selbst Graf Zahl überfordern könnte. Innovation muss nicht unbedingt nach Horizons klingen. Darf sie aber doch sehr wohl. Und aus dem Erstaunen erwächst zumindest Anerkennung. Kaum zu fassen. Nun ringt mal schön.

King Kong:
youtube.com/watch?v=rydTPMKzY8A

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