Pfade durch die Musiklandschaft Australien LI

Spätromantisch verspielt und von tänzerischer Eleganz

Glücklicherweise wurde die tasmanische Komponistin „Kitty“ Katharine Parker im Hinblick auf ein größeres Publikum dem Vergessen entrissen, als die Sopransängerin Jane Edwards mit dem australischen Pianist und Multikünstler Ian Munro daran gingen, eine charakteristische Auswahl ihrer Lieder und Klavierstücke auf Tonträger vorzulegen, die 2004 realisiert wurde. Darauf enthalten sind auch ein spätromantisch-verspieltes Nocturne , das ein wenig an den Stil von Cécile Chaminade denken lässt und das harmonisch gewagtere, daher umso bemerkenswertere Walzer-Ballett Arc-en-Ciel.

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Das Album mit einer bunt gemischten Auswahl aus dem Lieder- und Klavierwerk von Katharine "Kitty" Parker erschien beim australischen Label Tall Poppies (ASIN: B000AL6VZW, 2004).

Das Album mit einer bunt gemischten Auswahl aus dem Lieder- und Klavierwerk von Katharine „Kitty“ Parker erschien beim australischen Label Tall Poppies (ASIN: B000AL6VZW, 2004).

Sowohl tiefsinnig, als auch balladesk und von Volksmelodien bestimmt geben sich Parkers Lieder mit Klavierbegleitung. Je nach Stimmung werden diese stilistischen Elemente von der Komponistin sehr flexibel eingesetzt, so auch in dem auf einem religiösen Text basierenden Song I wait my lord und dem beinahe klagend intonierten besinnlichen You’ve two-score, three-score years. Dem Gedenken an ihre tasmanische Heimat ist Down Longford Way gewidmet, in dem scheinbar an Ragtime-, Blues- oder Gospelrepertoire erinnernde Harmonien über einem eingängigen, nahezu tänzerischen Rhythmus aufblitzen.

"Kitty" Parker wurde 1886 im tasmanischen Cressy geboren und lebte bis zum Ende ihres Lebens 1971 in Darlinghurst (Kitty1).

„Kitty“ Parker wurde 1886 im tasmanischen Cressy geboren und lebte bis zum Ende ihres Lebens 1971 in Darlinghurst (Kitty1).

 

Beinahe ihr ganzes künstlerisches Leben hindurch blieb Katherine Parker, die Komponistin der Five Musical Sketches, eine treue Weggefährtin von Percy Grainger, durch den sie auch den englischen Tenor Hubert Eisdell kennenlernte, mit dem sie bis 1930 verheiratet war. Von da an begann für die Wahlbritin ein unstetes Leben: Die in Melbourne diplomierte Konzertvirtuosin verschaffte sich auf kanarischen Tourneen als Klavierbegleiterin von Dora Labette und Dino Borgioli Anerkennung und trat zwischen 1936 und 1937 in Berlin auf. Erst 1947 kehrte sie nach Australien zurück, wo sie zunächst für den Rundfunk arbeitete, dann auch als Klavierdozentin.

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.