Plenty - It Could Be Home

30 Jahre sind ein Tag

Plenty: "It Could Be Home" (Karisma Records/Soulfood)

Plenty: „It Could Be Home“ (Karisma Records/Soulfood)

1986 ging aus den Restbeständen von A Better Mousetrap und After The Stranger Plenty hervor. Kurze Zeit später stieß Sänger Tim Bowness auf Steven Wilson und gründete mit ihm bekanntermaßen No-Man. Dreißig Jahre später findet Plenty wieder zusammen, um das Songmaterial von damals erneut anzugehen, zu veredeln – und in Form des Albums It Could Be Home (Karisma Records/Soulfood), samt eines neu entstandenen Songs (The Good Man), zu veröffentlichen. Brian Hulse, David K. Jones und Tim Bowness haben gut daran getan.

Zum Einstieg gibt es, als weiteres Kuriosum, mit As Tears Go By eine Coverversion, die zunächst die Befürchtung schürt, das Trio habe sich zum Ziel gesetzt, Fremdmaterial zum Dreh- und Angelpunkt ihres Albums machen zu wollen. Doch diese Angst erweist sich als unbegründet, überzeugt das eigene Material mit seiner eigentümlich sanftmütigen Glasur, die keinerlei Alterserscheinungen aufweist.

Entfernt an damalige Zeitgenossen wie Prefab Sprout oder, stärker noch, The Blue Nile erinnernd, zielen Plenty auf die Erzeugung getragen eleganter Pop-Elegien ab, bei denen Gitarre und Bass vornehm latent voranschreiten, während Tim Bowness den bewährten Crooner gibt. Ergänzt um den Einsatz des (ehemals zweiten, aber nun offiziell doch nicht wieder zu Plenty gehörenden) Gitarristen Michael Bearpark, von Piano (Peter Chilvers) und Geige (Ex-No-Man Steve Bingham) entfaltet sich auf It Could Be Home ein Stelldichein der leichten Schwermut, das mit berückenden Songideen blasierter Einfalt keine Chance lässt.

Plenty (Plenty Music)

Plenty (Plenty Music)

Natürlich breitet sich über das Album ein beredtes Seufzen aus, wenngleich die Fasson durchaus auch dynamischere Gangarten aushält, die heutzutage durchaus als dem Postpunk zugehörig qualifiziert werden können. Dennoch bleibt das Gesamtbild vollkommen harmonisch, ohne dabei beliebig zu werden oder schematisch die eingeschlagenen Pfade breitzutreten. So sich Plenty mit It Could Be Home selbst einmal so richtig was gegönnt haben, besteht keinerlei Grund, es der Band nicht gleichtun zu wollen. Ein Album zum Genießen. Und Seufzen.

Strange Gods:
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