Enob - La Fosse Aux Débiles

Ausbleibende Stasis

Enob: "La Fosse Aux Débiles" (Atypeek Music)

Enob: „La Fosse Aux Débiles“ (Atypeek Music)

Nico, Art, Yakoo und Coco Cadavre geben sich nach ihrer EP Hyper Hibou mit dem ersten hauseigenen Langspieler La Fosse Aux Débiles (Atypeek Music) erneut die Ehre. Wem sie gebührt, widerstrebt sämtlicher Glätte und Politur. Denn die Franzosen keulen ihren nekrotischen Shoegaze mit einem dermaßen inbrünstig formulierten Noise-Gestöber, dass kaum ein Hauch von Geschmeidigkeit das Fiese mildert. Wozu ja ohnehin kaum Veranlassung besteht.

Frühe Swans, Sonic Youth oder auch die Melvins in ihren derberen Phasen kommen in den Sinn, wenn sich La Fosse Aux Débiles mahlend zermalmend durchs Gemüt gräbt. Dabei legen es Enob gar nicht darauf an, auf Teufel komm raus den Beelzebub auszutreiben. Phasenweise lassen sie sogar recht freimütig an leicht lesbaren Sound-Kaskaden teilhaben, auf denen es sich gar behaglich rutschen lässt, so man sich nicht vor den Splittern fürchtet, die derlei Abfahrten in die Gehirnwindungen ziehen.

Anklagendes Gepolter (De La Viande) nach Art proto-punkig infizierter No Wave-Ästhetik ist dabei nur ein Hinweis auf die hierarchisch ungehobelte Methodik, klar zu identifizierende Zuordnungsavancen zu unterwandern. Das Rohe zieht sich ins Knochige zurück, Wundwasser entweicht den Asbestwindeln (Chante Bébé), doch die sich immer wieder ankündigende Stasis bleibt letztlich aus. Für Abwechslung ist also reichlich gesorgt.

De La Viande:
youtube.com/watch?v=HqRo3L1fcSY

02.05. Berlin (The Loophole)
03.05. Leipzig (tba)
04.05. Stuttgart (Gaby’s Gruft)

facebook.com/enobtheband

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