Wave Gotik Treffen XXVII - Perspektiven (5)

Interview mit SUIR

Suir: "Ater" (Black Verb Records)

SUIR: „Ater“ (Black Verb Records)

amusio: „Die von euch ins Feld geführte Sound-Ästhetik erfreut sich einer zunehmend hohen Nachfrage – und das entsprechende Angebot steht dem nicht nach. Habt ihr für diesen Trend (der u.a. von Lebanon Hanover, Hante, Schonwald oder auch Ritual Howls befördert wird) eine Erklärung parat?“

SUIR: „Nein, mit einer Erklärung können auch wir leider nicht dienen. Tatsächlich war es aber von Beginn an so, dass die positiven Reaktionen auf unsere Musik deutlich größer waren als erwartet. Wir haben unsere Band ursprünglich als ein Projekt gestartet, um für uns Musik zu machen, sind aber sehr schnell auf überaus positive Resonanz gestoßen. Viel mehr als wir jemals gedacht hatten. Die besondere Sound-Ästhetik war auch auf keinen Fall geplant, sondern stellt vielmehr das Produkt unserer beiden Musikgeschmäcker, Kenntnisse und Erfahrungen dar.“

amusio: „Wie ließe sich euer individueller Stil in Worte kleiden? Würdet ihr sogar auf das ein oder andere Alleinstellungsmerkmal plädieren?“

SUIR: „Jemand hat uns mal als cinematic post-punk bezeichnet, eine Bezeichnung, die uns ganz passend erscheint, da wir gerne mit komplexen und vielschichtigen Synthesizer-Flächen arbeiten. Besonders live kommt dieses Element unter anderem durch das Verbinden unserer Songs im Set zur Geltung. Das lässt sich sicher auf Lucias Vorliebe für Filmmusik von surrealen 80er Jahre-Filmen wie etwa die von David Lynch zurückführen. Ansonsten orientieren wir uns an dem, was uns musikalisch befriedigt. Die Entscheidung, ob und inwiefern sich das Ergebnis von anderen Bands unterscheidet, überlassen wir lieber den Hörern.“

SUIR (Mária Karlaková / Swine Daily)

SUIR (Mária Karlaková / Swine Daily)

amusio: „Euer Konzept beinhaltet auch eine visuelle Komponente. Wie finden Musik und Bild bei SUIR zueinander? Geht es dabei um die jeweilige Kohärenz einzelner Tracks oder eher um eine ästhetische Verbindlichkeit, auf die ihr prinzipiell wert legt?“

SUIR: „Alle visuellen Komponenten, also Videos, Live-Visuals, Poster, Shirts und Merch werden von Lucia gestaltet. Das alles gehört dann allerdings keinem entsprechenden Konzept an, sondern stellt vielmehr einen weiteren künstlerischen Ausdruckskanal dar, der sich zudem ständig verändert. Es geht dabei auch nicht vorrangig um ein bestimmtes Ergebnis. Sondern eher um ein Umsetzen bestimmter Emotionen, Ideen und Inspirationen, die bei allen visuellen Produktionen einfließen und Lucia ausprobieren möchte. Bei dem neuen Album werden wir aber auch mit anderen befreundeten Künstlerinnen wie Camy Huot oder Saskia Kluge zusammenarbeiten, da wir große Fans solcher künstlerischer Kooperationen sind und das Arbeiten mit Freunden immer zu den besten Ergebnissen führt.“

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