Wave Gotik Treffen XXVII - Perspektiven (5)

Interview mit SUIR

SUIR (Nicole Brauer)

SUIR (Nicole Brauer)

amusio: „Euch gelingt es, mit minimal gehaltenen Mitteln ein Höchstmaß an klanglicher Opulenz zu erzeugen – cinematic post-punk. Würdet ihr diese Einschätzung unterschreiben wollen? Oder betont sie zu sehr das Verhältnis von Aufwand und Ertrag? Anders gefragt: Würde SUIR anders klingen, wenn euch sämtliche Optionen musikalischer Produktion offenstünden?“

SUIR: „Nein, auch wenn wir nur zu zweit sind, klingt unsere Musik schon so wie sie klingen soll. Wir versuchen natürlich immer Details im Set, die Produktionsbedingungen sowie unseren Instrumentenpark zu verbessern. Aber dennoch ist SUIR als ein Projekt gestartet bei dem es uns einfach darum ging, zu zweit Musik zu machen – und das ist es auch immer noch. All unsere Arbeitsprozesse sind auf unsere gemeinsame Arbeitsweise ausgelegt und funktionieren auch nur so. Sicher würde beispielsweise ein reales Schlagzeug den Sound verändern, aber dann würde die Band nicht mehr unseren Vorstellungen entsprechen und wäre dann in gewisser Weise auch nicht mehr authentisch. Uns geht es mit unserer Musik nicht um das Erzielen eines bestmöglichen Ergebnisses. Sondern um die Bereitstellung unserer Emotionen für die Hörer.“

amusio: „Warum so bescheiden?“

SUIR: „Nun ja, der Aufwand, den wir betreiben, ist tatsächlich sehr hoch. Beispielsweise nutzen wir nie fertige Synth- oder Drumsounds. Jedes digitale Element wird in akribischer Arbeit programmiert und detailliert ausgearbeitet. Was wie ein einfacher Synthesizer klingt, ist bei uns oftmals das Resultat von mehreren, stark bearbeiteten und aufeinander geschchteten Instrumenten und Spuren. Würden uns also sämtliche Optionen in der Produktion offen stehen, wären wir sicherlich schneller, würden aber hoffentlich ungefähr genauso klingen wie jetzt.“

amusio: „Die Veröffentlichung eures vorzüglichen Debütalbums Ater liegt nun schon ein Jahr zurück. Werdet ihr auf dem WGT auch neueres Material präsentieren wollen? Und wenn ja, weist es signifikante Unterschiede zu den Tracks von Ater auf?“

SUIR: „Wir haben die letzten Monate nicht wie vorher in Frankfurt, sondern in Warschau verbracht. Auch um dort unser zweites Album zu schreiben, das im Herbst 2018 veröffentlicht werden wird. Teile davon werden wir auch schon auf dem WGT spielen. Da wir in Warschau während des Schreibprozesses völlig neue und andere Inspirationsquellen gefunden haben – und auch während der vergangenen Gigs so viele verschiedene Impressionen gesammelt haben, die uns alle auf die eine oder andere Weise geprägt haben – klingen die neuen Songs durchaus anders.“

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