Wave Gotik Treffen XXVII - Perspektiven (6)

Interview mit DaGeist

(www. wave-gotik-treffen.de)

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Mit ihrem bereits 2015 erschienenen Debütalbum 40 inthronisierten sich Fred Strzelczyk und Davide Schiavoni als DaGeist aus dem Stand zur Speerspitze der nordfranzösischen Wave und Gothic Szene. Vor diesem Hintergrund erscheint die diesjährige Einladung zum WGT als eine wohlverdiente Anerkennung. Und als eine erfrischende Bereicherung des Angebots – mit Ansage. Die Vorfreude greift also weiter um sich, wie das Duo aus Lille im Gespräch lebhaft zu bestätigen weiß.

amusio: „Hi Fred, Hi Davide, wie würdet ihr DaGeist in wenigen Sätzen beschreiben?“

Fred Strzelczyk: „Als eine Band aus Lille, die Musik macht, die sie von ganzem Herzen liebt: Dark und New Wave mit elektronischen Einflüssen.“

Davide Schiavoni: „Als eine Mixtur aus Altem und Neuem, ohne das bereits Bestehende zu kopieren.“

amusio: „Im Norden Frankreichs erfährt die Gothic-Szene einen traditionell bemerkenswerten Zulauf. Habt Ihr hierfür eine Erklärung parat?“

DaGeist (facebook.com/dageist)

DaGeist (facebook.com/dageist)

Fred Strzelczyk: „Stimmt, es existiert auch in anderen Gegenden Frankreichs eine schwarze Szene, doch im Norden war sie schon von Beginn an deutlich ausgeprägter. Auch die Nähe zu Belgien ist in diesem Zusammenhang ein Faktor, denn die dortige Musikszene war ihrer Zeit schon immer voraus. Darüber hinaus denke ich, dass das post-industrielle Ambiente der geschlossenen Zechen und Fabriken sowie die damit verbundene Arbeitslosigkeit und die relative Armut den Nährboden bestellt haben.“

Davide Schiavoni: „Und außerdem ist der Himmel meistens grau. Das färbt natürlich auch aufs Gemüt ab.“

amusio: „Übt eure Umgebung auch einen direkten Einfluss auf eure Musik aus?“

Fred Strzelczyk: „Es muss sich wohl schon früh in meinem Unterbewusstsein eingenistet haben. Ohne zu wissen wieso, weshalb oder warum bin als Teenager losgezogen und habe gezielt nach Musik gesucht, die meiner inneren Befindlichkeit entsprach. Sei es im Plattenladen, im Radio oder in den Clubs, in denen Wave damals Thema war. Aus besagten Gründen bin ich dann auch oft über die Grenze nach Belgien gepilgert. Ob ich das so auch in einer anderen Umgebung gemacht hätte, bleibt fraglich.“

Davide Schiavoni: „Mein Leben beeinflusst meine Musik. Wie könnte es anders sein?!“

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