Shun - Nothing Quite As Heavy

Von wegen!

Shun: "Nothing Quite As Heavy" (Reptile Music/Altone)

Shun: „Nothing Quite As Heavy“ (Reptile Music/Altone)

Einen vollumfänglich ergreifenden Gesamteindruck hinterlässt das Münsteraner Shoegaze-Quartett Shun auf seiner ersten, vier Tracks beinhaltenden EP: Nothing Quite As Heavy (Reptile Music/Altone). Ja, nur vier Stücke genügen, um einen Bogen von der Band Of Susans zu Last Leaf Down zu spannen, ohne dabei auch nur einen gedanklichen Weggefährten im Schrank stehen zu lassen. Sollte die Band ihr schwindelerregend hohes Niveau halten können, dürften handelsübliche Effektgeräte, die allein der Aufblähung von Vakua dienen, alsbald einer vergangenen Epoche angehören.

Denn, nun seien wir ausnahmsweise mal ehrlich, kommt es schließlich auf den Song an. Und wie es dieses merkwürdige Ding aus Anfang, Brücke, Refrain und Finale aufzubereiten gilt, haben Shun offenbar bestens kapiert. Dabei sollte der gemeine Hörer meinen, mit dem fulminant erdachten und gleichermaßen wissend in Szene gesetzten Opener Ostensibly sowie seinen unwiderstehlichen Anknüpfungspunkten bereits das Ende der Fahnenstange erreicht zu haben. Von wegen!

So nimmt Over Me den berückenden Schwung der Eingangsnummer gleich mit, um ihn in eine Art Schwebezustand zu überführen, der naturgemäß keine Gefangenen zu machen gedenkt, wiewohl das clever eingestreute Anhalten für den Moment selbst schwedische Gardinen begehrlich macht. Vital Closeness verkündet dann auch prompt Track 3, der – kurz gefasst – bei Slowdive Halt macht, um dem Ausklang Summer In A Nutshell und der mit ihm einhergehenden Verspieltheit Luft zum Durchatmen gewährt. Schwer, leicht, Shun.

facebook.com/shunthisband

 

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