Prairie - After The Flash Flood

Aorta Endmoräne

Prairie: „After The Flash Flood“ (Denovali/Soulfood)

Das Ende des Anthropozän hat längst begonnen, doch Prairie-Mastermind Marc Jacobs gibt sich mit dieser Erkenntnis auf After The Flash Flood (Denovali/Soulfood) noch nicht zufrieden. Sondern inszeniert mit entmenschlichten Mitteln ein post-apokalyptisches Leben, in dem die Auswirkungen der Malaise namens Homo sapiens weiterhin spürbar den von pervertierten Naturgewalten dominierten Alltag begleiten.

Mit ein wenig Phantasie könnte ein Track wie Underwater Body Hunting die animalische Psychose hörbar machen, mit der selbst Tiefseebewohner menschliche Verhaltensweisen adaptieren, weil sie von dem Geschehen an Land längst indoktriniert wurden. Und nun auch bei ihnen die Uhr der unweigerlichen Selbstauslöschung tickt, anstatt die eigene Art im evolutionären Sinn zu erhalten. Kurzum: Wer sich After The Flash Flood aussetzt, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm fortan post-dystopische Zerrbilder den Tag versüßen.

Brillierte das Vorgängeralbum Like A Pack Of Hounds noch mit seiner verspielt hitzigen Italowestern-Brutalität, erzeugt der interdisziplinär veranlagte Belgier auf seiner zweiten Full Length-Veröffentlichung die trostlose Atmosphäre einer irdischen Biologie, die selbst in ihrem allerletzten Aufbäumen noch jene menschlichen Züge annimmt, an denen sie zugrunde geht. Prairie? Das ist vitalistisch-fatalistischer Dark Ambient, der abschmelzenden Polkappen abgerungenes Eiswasser direkt in die Aorta des Kollektivgewissens injiziert.

Elephants Will Rise Again:
youtube.com/watch?v=9FakIWOvfms

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