Pfade durch die Musiklandschaft Australien LII

In den Weltkulturen zuhause

Eine ehemalige Schülerin von Franco Donatoni in Rom hat ihren permanenten Ausgangspunkt als Komponistin, Hochschuldozentin und Bratschistin zwar in Australien, doch eignete sie sich aus Interesse für Musikkulturen quer über die Kontinente, Länder wie Malaysia, China und USA eingeschlossen, verschiedene Sprachen professionell an. Weitere vorhandene Beziehungen Katia Tutiunniks zu Europa wirken mit Ausgangspunkt Australien hier eher beiläufig …

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Die australische Komponistin Katia Titinniuk studierte unter anderem an der Accademia di Santa Cecilia in Rom (Croberto 68, p.d.).

Zuletzt war Katia Tiutiunnik für einen längeren Zeitraum – von 2012 bis 2016 – als Dozentin an der Technischen Universität MARA in der malaysischen Stadt Shah Alam tätig, führte aber gleichzeitig ihre Forschungsarbeit am Konservatorium von Sydney weiter. Ein Spagat in entferntere Weltwinkel war auch ihr vorübergehendes Engagement an der SIAS Internaional University von Xinzheng in der chinesischen Provinz Hanan.

In Sydney profilierte sich die Komponistin für eine akademische Karriere, etwa durch das Studium bei Michael Smetanin und Larry Sitsky, die ihr schließlich und gerade in Verbindung mit dem Komponieren Türen in alle Himmelsrichtungen öffnete, zumal das Konservatorium in Sydney selbst durch seine Dozenten ohnehin weltweit vernetzt ist. Im Nahen Osten reichen die Verbindungen auch nach Jordanien, wo sie der (amtierenden) Königin eines ihrer Stücke widmete.

Tiutiunniks akademische Wurzeln liegen am Konservatorium von Sydney, wo sie promovierte (Orestes 654, 3.4.2011, GNU Free Doc. Lic.).

Zu den vielfältigen Engagements zählte auch die Teilnahme an Festkonzerten im Rahmen der russisch-australischen Beziehungen in St. Petersburg. Im Nachzug zu der gesamtaustralischen Tournee Borealis in Australis 2009, bei der Tiutiunniks Werke zur festen Ausstattung gehörten, führte die Formation Borealis Brass der University of Fairbanks im nördlich-frischen US-Bundesstaat Alaska in einigen malaysischen Städten ihre Werke auf. Die Verknüpfung mit Alaska bestand, seit James Bicigo an der Hochschule auf Tiutiunniks Kompositionen aufmerksam geworden war und in Fairbanks ihre Kompositionen vorgestellt hatte. In regelmäßigen Abständen tritt sie mit dem Internationalen Chinesischen Universitätsorchester SIAS auf und unterhält fortlaufend Kontakte mit Institutionen in Kuala Lumpur.

Katia Tiutiunniks Ausrichtung als Komponistin bezieht sowohl asiatische Kulturen als auch den Nahen Osten und die nördliche Hemisphäre ein (par_487, Australian Music Centre).

Was die Musik der Australierin anbelangt, so liegt der Schwerpunkt auf kammermusikalischen Kompositionen, wobei sie für Duos und Solostücke mit Posaune, Viola und Flöten verschiedener Lagen eine Vorliebe hegt. Dabei bediente sie alle denkbaren und keineswegs einfach gängige Kombinationen wie diejenige von Violine und Klavier. Via Trionfale (2002) etwa sieht eine Triobesetzung für Horn, Trompete und Posaune vor, Al-Falaq (2013) wurde für Blechbläser und Schlagzeuggruppen geschrieben, Roses (2017) wurde für Schlagzeug mit Holzbläsern komponiert. Eines der neuesten Orchesterwerke in Verbindung ist Xiānhuā jié (2018) anlässlich des chinesischen Blütenfestes. Adaptionen der jeweiligen lokalen Musiktraditionen und Stilrichtungen verstehen sich von selbst …

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.